Krieg mit Äthiopien
publiziert: Donnerstag, 21. Dez 2006 / 18:09 Uhr

Mogadischu - Angesichts anhaltender Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Islamisten in Somalia wächst die Furcht vor einem Regionalkrieg am Horn von Afrika. Die Islamisten erklärten, sie befänden sich im Krieg mit dem Nachbarland Äthiopien.

Äthiopien habe die Islamisten angegriffen.
Äthiopien habe die Islamisten angegriffen.
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Äthiopien habe die Islamisten im Süden Somalias angegriffen, sagte Islamistenführer Scheich Hassan Dahir Aweys.

Dort lieferten sich Truppen der Regierung und des «Rats der somalischen islamischen Gerichte» (SICC) den dritten Tag in Folge schwere Gefechte, bei denen offenbar zahlreiche Menschen getötet wurden.

Weder die somalische Regierung noch die Islamisten verfügten über schwere Artilleriegeschütze, wie sie bei den Kämpfen zum Einsatz kämen, begründete Aweys seine Anschuldigungen gegen das Nachbarland. Dessen Angriffe würden nicht unbeantwortet bleiben.

Immer wieder Scharmützel

Mit der somalischen Regierung sehe er sich dagegen nicht im Krieg, sagte Aweys. Die Islamischen Gerichte hatten im Juni die frühere Hauptstadt Mogadischu eingenommen und sich seither immer wieder Scharmützel mit Truppen der Übergangsregierung in der Provinzstadt Baidoa geliefert.

Ein Sprecher des äthiopischen Informationsministeriums bestritt, dass sich äthiopische Kampftruppen in Somalia aufhielten.

Augenzeugen berichteten jedoch, an den jüngsten Kämpfen seien auch äthiopische Truppen beteiligt gewesen.

200 äthiopische Soldaten getötet

Nach Angaben der vom Westen unterstützten Übergangsregierung kamen seit Wiederaufflammen der Gewalt in der Nacht zum Mittwoch mehr als 100 Milizionäre ums Leben, über 200 seien verwundet worden.

Die Islamisten teilten mit, sie hätten 200 äthiopische Soldaten getötet. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

Diplomaten werfen Äthiopien und Eritrea vor, in dem seit 15 Jahren zerfallenden Staat einen Stellvertreterkrieg zu führen. Erst am Mittwoch hatte ein EU-Vermittler erklärt, die somalischen Konfliktparteien hätten sich geeinigt, die Kämpfe einzustellen und die Friedensverhandlungen wieder aufzunehmen.

(rr/sda)

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