Bewaffnete besetzen erneut Gebäude
Krisensitzung nach Kämpfen in ostukrainischen Städten
publiziert: Samstag, 12. Apr 2014 / 17:14 Uhr / aktualisiert: Samstag, 12. Apr 2014 / 23:24 Uhr
Alexander Turtschinow.
Alexander Turtschinow.

Donezk - In mehreren Städten der Ostukraine haben am Samstag Kämpfe zwischen verfeindeten Gruppen begonnen. Das teilte Innenminister Arsen Awakow am Samstagabend in Kiew mit.

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Der Übergangspräsident Alexander Turtschinow berief für den Abend den nationalen Sicherheitsrat für eine Krisensitzung ein.

In der östlichen Ukraine waren in mehreren Städten pro-russische Separatisten auf dem Vormarsch. So errichteten sie Kontrollposten rund um die Stadt Slawjansk und stürmten das dortige Polizeipräsidium sowie die Zentrale des Geheimdienstes.

In Donezk trat der Polizeichef zurück und gab damit dem Druck der pro-russischen Demonstranten nach, die mehrere Verwaltungsgebäude in der Industriemetropole besetzt hielten.

Prorussische Bewegung verantwortlich

Ein Anführer der prorussischen Bewegung in Donezk namens Sergej Ziplakow übernahm die Verantwortung für die Aktion. Im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte er, die Angreifer seien «nicht bewaffnet».

Nach Angaben von Awakow wurden auch der Sitz des Geheimdienstes sowie ein Verwaltungsgebäude gestürmt. Auf dem Rathaus in Slawjansk hätten die Besetzer die russische Flagge gehisst. Der Innenminister kündigte eine «scharfe Reaktion» an. «Bewaffneten Terroristen» werde mit «null Toleranz» begegnet, erklärte er.

In der russisch geprägten Ostukraine halten Demonstranten noch weitere Gebäude besetzt. Sie fordern eine Angliederung an Russland nach dem Vorbild der Krim oder zumindest ein Referendum über mehr Autonomie der Region. Betroffen sind unter anderem auch die Städte Donezk sowie Lugansk.

Steinmeier verlangt Rückzug der Truppen

Der ukrainische Aussenminister Andrej Deschtschiza forderte Russland in einem Telefonat mit seinem Kollegen Sergej Lawrow auf, die Unruhen nicht weiter anzuheizen. Moskau weist jedoch jegliche Beteiligung zurück.

Am kommenden Donnerstag wollen die USA, Russland, die Ukraine und die Europäische Union in Genf erstmals direkte Verhandlungen führen. Nach US-Angaben sollen US-Aussenminister John Kerry, sein russischer Kollege Sergej Lawrow, die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton und der ukrainische Aussenminister Andrej Deschtschyzja gemeinsam über eine Lösung des Konfliktes beraten.

Ziel sei zunächst «Deeskalation», sagte der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier am Rande eines Besuches in Japan. Von Russland verlangte er Signale der Entspannung «wie zum Beispiel den weiteren Rückzug von Streitkräften entlang der Grenze».

(fest/sda)

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Von diesem Gespräch weiss er aber nichts zu berichten, ausser einer Headline.
Der Kommandant habe ihm erzählt, er sei kein Ukrainer, sondern ein Russe, der "extra aus Moskau" gekommen sei.

Sehr unglaubwürdig, dieser Korrespondent. Warum sollte ein Profi, der "extra aus Russland" gekommen sei, dem Kreml in den Rücken fallen und dies ausgerechnet einem ARD-Korrespondenten in Gefangenschaft smalltalken?

Da will uns wohl einer für blöd verkaufen.
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