Kritik am Sicherheitskonzept der Loveparade
publiziert: Montag, 26. Jul 2010 / 07:59 Uhr / aktualisiert: Montag, 26. Jul 2010 / 13:04 Uhr
Verhängnisvoll: Einzelne versuchen aus der Masse herauszuklettern.
Verhängnisvoll: Einzelne versuchen aus der Masse herauszuklettern.

Mindestens 19 Tote und über 340 Verletzte: Die Loveparade im deutschen Duisburg endete am Samstag in einer Katastrophe. Nun stellt sich die Frage nach der Verantwortung.

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Zwei Tage nach der schrecklichen Massenpanik sieht es so aus, als ob es mehrere Ursachen für die Katastrophe gab und die Verantwortung somit auf mehreren Schultern lastet.

Formal sind für die Loveparade die Stadt und die Veranstalter verantwortlich. Der Oberbürgermeister Duisburgs, Adolf Sauerland, steckt nun massiv in der Kritik, ebenso der Veranstalter, Rainer Schaller, dem die Fitnesskette «Mc Fit» gehört.

Ein einziger Tunnel

Hauptkritik ist, dass Massen von Menschen durch einen einzigen, 120 m langen Tunnel durchgeschleust wurden. Die Polizei habe im Vorfeld ihre Sicherheitsbedenken angebracht, doch anscheinend hat man aus finanziellen Gründen den Alternativ-Vorschlag der Polizei abgelehnt.

Trotzdem soll es im Tunnel selbst nicht zu Todesopfern gekommen sein, sagt die Polizei. „Im Moment stellt sich die Lage so dar, dass keine Person im Tunnel zu Tode gekommen ist. Alle 16 Verstorbenen sind auf der westlichen Seite der Zugangsrampe aufgefunden worden“, sagt der stellvertretende Duisburger Polizeipräsident Detlef von Schmeling.

Besucher stürzten sich auf eine Treppe, die ursprünglich abgesperrt war, um den Massen zu entkommen. Duch den Absturz von der überfüllten Treppe soll es die meisten Toten gegeben haben.

Keine Massenpanik?

Aus diesem Grund sagt von Schmeling, dass man nicht von einer Massenpanik als Todesursache reden kann.

Doch die Frage ist, ob man in einer solchen Situation davon ausgehen kann, dass Besucher rationell handeln und im Tunnel bleiben, statt auf die abgesperrte Treppe zu klettern, wenn es im Tunnel so eng wird, wie auf den veröffentlichen Bilder zu sehen.

Dass ein solcher Riesen-Event Gefahren birgt, ist eigentlich klar. Erschwerend kommt bei der Loveparade hinzu, dass Besucher häufig unter Drogen-Einfluss stehen. Um den Anlass im Griff zu haben, braucht es ein aufwändiges Sicherheitskonzept, welches viel Geld kostet.

Politischer Druck

Auf Duisburg lastete anscheinend wegen des Kulturhauptstadtjahres 2010 starker politischer Druck. Als ausgesprochenes Jugend-Event war die Loveparade trotz finanzieller Probleme der Stadt forciert worden.

Gestern gab der Veranstalter bekannt, dass die Loveparde nie mehr statt finden würde.

(fkl/news.ch)

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