Kritik an Blochers Verallgemeinerungen
publiziert: Sonntag, 22. Okt 2006 / 13:58 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Okt 2006 / 14:21 Uhr

Bern - Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und DEZA-Chef Walter Fust haben sich gegen die von Bundesrat Blocher erhobene Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika gewehrt.

Man dürfe Afrika laut Micheline Calmy-Rey keineswegs sich selber überlassen.
Man dürfe Afrika laut Micheline Calmy-Rey keineswegs sich selber überlassen.
3 Meldungen im Zusammenhang
Man dürfe Afrika keineswegs sich selber überlassen, forderte die Aussenministerin.

«Wer solches verlangt, offenbart eine krasse Unkenntnis in der Sache», erklärte sie in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Die Hilfe sei nötig, gut und werde ständig auf ihre Effizienz kontrolliert.

Diskussion um Nutzen

Christoph Blocher hatte sich in der Staatspolitischen Kommission (SPK) kritisch über die Entwicklungszusammenarbeit in Afrika geäussert. Als Wirtschaftsmann sehe er in ihr keinen Nutzen, sagte er gemäss einem in den Medien zirkulierenden Sitzungsprotokoll. Den Kontinent sich selbst zu überlassen, sei eine Möglichkeit.

Auch der Chef des Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Walter Fust, wies die Pauschalkritik zurück, Hilfe für Afrika sei aus dem Fenster geworfenes Geld.

Die Schweiz gebe nicht einfach Geld aus: «Wir arbeiten wie Investoren», sagte Fust in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Dabei würden die lokalen Partner genau angeschaut. Projekte ohne Einsatz von lokalen Ressourcen würden von der DEZA nicht unterstützt.

Keine Verringerung der Armut

Dass sich die Armut trotz Entwicklungshilfe nicht verringert hat, führt Fust auf die demographische Entwicklung zurück: 1950 hätten in Afrika 270 Millionen Menschen gelebt, im Jahr 2000 seien es bereits 800 Milionen gewesen. Mit dieser Entwicklung Schritt zu halten sei fast nicht möglich.

Fust bedauerte den Eindruck, den Blocher mit seinen Äusserungen gemacht hatte. Damit werde Millionen Menschen Unrecht getan. Zudem löse man kein Problem, indem man einfach sage, «das nützt sowieso nichts». Er müsse leider aber feststellen, dass solche Verallgemeinerungen in «verschiedenen Kreisen der Schweiz» vorherrschten.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Rund 30 Afrikanerinnen und ... mehr lesen
Afrikanische Demonstranten entgegnen Blocher: «Wir, Menschen afrikanischer Herkunft in der Schweiz, haben genug, dass auf unserem Rücken Politik gemacht wird.»
Bern - An der Sitzung einer ... mehr lesen
Blochers Äusserungen hätten den «Eindruck erweckt, dass die Afrikaner faul seien».
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Johann Schneider-Ammann eröffnet den Gotthard-Basistunnel.
Johann Schneider-Ammann eröffnet den Gotthard-Basistunnel.
Beginn mit Segnung  Bern - Mit einem Treffen der Verkehrsminister der Alpenländer am Dienstagnachmittag werden die Feierlichkeiten zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels eingeläutet. Wenige Stunden später wird der Tunnel der SBB übergeben. mehr lesen 
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene vorwärts zu machen. Die Mitglieder ... mehr lesen
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Basel 9°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
St. Gallen 8°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Bern 6°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Luzern 9°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Genf 8°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Lugano 12°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten