Kritik an Nestlé-Politik in Kolumbien
publiziert: Sonntag, 30. Okt 2005 / 18:35 Uhr

Bern - Der Schweizer Lebensmittelkonzern agiere in Kolumbien gewerkschaftsfeindlich und verletze Menschenrechte.

Nestlé erntete harsche Kritik. (Bild: Hauptsitz in Vevey)
Nestlé erntete harsche Kritik. (Bild: Hauptsitz in Vevey)
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Diesen Vorwurf haben am Wochenende diverse NGO an einer Tagung in Bern erhoben. Ein Sprecher von Nestlé wies die Vorwürfe kategorisch zurück.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Verein MultiWatch, Vereter von Hilfswerken, Gewerkschaften und Linksparteien nahmen daran teil.

Konkret wurde Nestlé gemäss einer Medienmitteilung von MultiWatch eine Reihe von Vergehen vorgeworfen, so «die Vernichtung der Gewerkschaftssektion» in der Nestlé-Milchpulverfabrik Cicolac.

Arbeitskonflikte

Auch wurde über Todesfälle und Menschenrechtsverletzungen an Gewerkschaftsführern der Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal berichtet.

Im letztgenannten Fall gehe es um vermutlich durch paramilitärische Gruppen begangene Gewalttaten, welche sich im Kontext von Arbeitskonflikten in Nestlé-Fabriken ereignet hätten.

Nestlé-Sprecher François-Xavier Perroud sagte dazu auf Anfrage: «Viele der Vorwürfe sind frei erfunden, andere zeugen von einer tiefen Unkenntnis der Verhältnisse in Kolumbien.»

«Gewaltiger Widerspruch»

Tatsächlich seien 60 Prozent der Nestlé-Belegschaft in Kolumbien gewerkschaftlich organisiert, während es im Landesdurchschnitt nur 5 Prozent seien.

Wenn man nun Nestlé Gewerkschaftsfeindlichkeit vorwerfe, «ist da irgendwo ein gewaltiger Widerspruch».

Eine Delegation der Internationalen Arbeitsorganisation ILO weile gegenwärtig in Kolumbien, um 17 präzise Vorwürfe gegen 95 Unternehmen wegen Gewerkschaftsfeindlichkeit zu untersuchen. Nestlé oder eine ihrer Tochtergesellschaften seien nicht darunter.

(rr/sda)

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