Kritik von irakischem Premier
publiziert: Dienstag, 8. Aug 2006 / 18:42 Uhr

Bagdad - Iraks Ministerpräsident Nuri el Maliki hat das Vorgehen der Streitkräften seines Landes und der USA scharf kritisiert.

Harte Worte auch gegen die eigene Armee: Ministerpräsident el Maliki.
Harte Worte auch gegen die eigene Armee: Ministerpräsident el Maliki.
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Er warf ihnen vor, mit unverhältnismässigen Einsätzen gegen Zivilisten seine Politik der nationalen Versöhnung zu gefährden. In besonders scharfen Worten kritisierte Maliki einen Einsatz irakischer und US-Soldaten im Bagdader Schiitenviertel Sadr City, bei dem am Sonntagabend drei Zivilisten getötet worden waren.

Entschädigungszahlungen

Es sei «nicht zu rechtfertigen», dass bei dem Einsatz Kampfflugzeuge eine Wohngegend angegriffen hätten. Der Angriff sei ohne sein Einverständnis unternommen worden. Maliki entschuldigte sich für den Einsatz und kündigte Entschädigungszahlungen für die Betroffenen an.

«Dies darf sich nicht wiederholen, um den Aussöhnungsprozess nicht zu gefährden», sagte Maliki. Der Einsatz am Sonntagabend hatte sich nach US-Angaben gegen Aktivisten der Mehdi-Miliz von Schiitenführer Moktada Sadr gerichtet. An dem Einsatz hatten sich mehrstündige Kämpfe in Sadr City entfacht, in deren Verlauf die Luftwaffe Angriffe auf das Viertel flog.

Bei neuen Bombenattentaten in Bagdad und Umgebung sind mindestens 19 Menschen getötet worden. Erneut explodierten Bomben auf dem belebten Schordscha-Markt in der Innenstadt.

Mehrere Anschläge

Dabei wurden nach Angaben des Innenministeriums zehn Menschen getötet und 69 weitere verletzt. Erst in der Vorwoche waren auf dem Markt bei einem ähnlichen Anschlag zehn Menschen gestorben. Im Innenstadtviertel Nahda explodierte am Morgen eine Bombe am Strassenrand und zerstörte einen Minibus sowie ein Taxi. Dabei starben neun Menschen.

In dem Dorf Charkusch an der Grenze zum Iran wurden unterdessen bei einem Angriff sieben irakische Grenzschützer getötet. Die von Schüssen durchsiebten Leichen der Beamten seien am Dienstag gefunden worden, sagte ein Spitalarzt aus der nahe gelegenen Stadt Kut der Nachrichtenagentur AFP.

(sda)

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