Krueger-Team auf PR-Tour für Heim-WM
publiziert: Dienstag, 3. Feb 2009 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Feb 2009 / 08:22 Uhr

Zweieinhalb Monate vor der Heim-WM in Bern und Kloten begibt sich das Eishockey-Nationalteam auf PR-Tour. Innerhalb von vier Tagen bestreiten die Schweizer in Genf, Sierre und Gstaad drei Länderspiele.

Trainer Ralph Krueger will in den drei Länderspielen Werbung für die WM im eigenen Land machen.
Trainer Ralph Krueger will in den drei Länderspielen Werbung für die WM im eigenen Land machen.
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Coach Ralph Krueger freut sich auf einen «speziellen» Zusammenzug -- obwohl die Spieler erfahrungsgemäss im Februar bereits die Playoffs im Hinterkopf haben.

Die Spieler rücken am Dienstagmittag in Saanen im Berner Oberland ein. Es folgt ein Car-Transfer nach Genf, wo am Abend das erste von bloss zwei Trainings in dieser Woche stattfindet.

Wie bereits im Dezember bestreitet das Nationalteam eine Testspielserie von drei Partien in vier Tagen. Abgeschlossen wird die Woche am Samstagnachmittag in Gstaad mit dem ersten Open-Air-Länderspiel seit 33 Jahren.

Zweimal gegen die Slovakei

Am Mittwoch beginnt die Tournee mit der Begegnung gegen Weissrussland in Genf. Am Freitagabend in Sierre und am Samstagnachmittag in Gstaad stehen die Schweizer zweimal der Slowakei gegenüber.

Auf die Organisation eines Turniers verzichtete der Eishockeyverband diesmal, weil die übrigen in Frage kommenden Gegner alle in der Olympia-Qualifikation engagiert sind.

Die Schweiz, die Slowakei und Weissrussland qualifizierten sich neben den grossen sechs (Russland, Kanada, USA, Tschechien, Schweden, Finnland) bereits im Frühling für die Winterspiele 2010 in Vancouver.

Ticketverkauf ankurbeln

Das Ziel für das Krueger-Team in den drei Partien gegen die Nummern 8 (Slowakei) und 9 (Weissrussland) der Weltrangliste ist vorgegeben. Mit starken Leistungen und Siegen soll der Ticketvorverkauf für die WM angekurbelt werden, der sich seit Sonntag in der letzten Phase befindet.

Die Voraussetzungen sind indessen nicht perfekt. Wie schon im November und Dezember musste Krueger bei der Selektion Rücksicht auf Klubinteressen nehmen. Diesmal erhielten die ZSC-Akteure, die in der Champions Hockey League im Januar dreimal im Grosseinsatz standen, eine (verdiente) Pause.

Ausserdem dürfte am Samstag in Gstaad der eine oder andere Bern-Spieler geschont werden, da der SCB am Sonntag gegen die ZSC Lions bereits wieder im Meisterschafts-Einsatz steht.

Wieder Nominierungsüberraschungen?

Zu einem «Jekami» verkommen die drei Heimauftritte aber nicht. Ralph Krueger: «Die Verantwortung für die Mannschaft und die Spieler steigt natürlich so kurz vor der WM. Wir müssen Leistungen zeigen und für die WM die Werbetrommel rühren.» Coach Krueger verspricht sich von dieser Woche Aufschlüsse, obwohl einige Fixstarter fehlen.

Das Ringen um die 25 WM-Plätze beginnt diese Woche und wird im April noch an Intensität gewinnen. Auch Routiniers müssen um ihren Platz bangen. Vor einem Jahr biss Martin Plüss vor der WM in Kanada in den sauren Apfel; diesmal könnte es andere Protagonisten treffen. Krueger sorgte mit seinen Selektionen noch jedes Jahr für Überraschungen.

Tugenden

Gemessen wird das Nationalteam diese Woche - auch wenn das Ralph Krueger nicht gerne sieht - an den internationalen Leistungen der ZSC Lions. Krueger betont, wie schwierig derartige Vergleiche seien.

«Wir müssen an der WM gegen Mannschaften aus lauter NHL-Spielern antreten. Die ZSC Lions schafften den sensationellen Gewinn der Champions League mit acht Spielern, die nicht für die Schweizer Nationalmannschaft spielen können.«

»Der tolle Erfolg der Lions zeigt aber auch, dass der Weg, den das Nationalteam vor Jahren eingeschlagen hat, der richtige ist. Der ZSC holte die Champions League mit Tugenden, die auch bei uns im Vordergrund stehen.»

Krueger nah an den Lions

Ralph Krueger hat den Parcours der Lions genau und meistens aus der Nähe (im Stadion) verfolgt. Es freute ihn, dass die Internationalen Seger, Blindenbacher, Gardner und Monnet auch im Europacup Schlüsselrollen spielten.

Aufgefallen sind Krueger ausserdem die jungen Verteidiger Philippe Schelling, Daniel Schnyder und Patrick Geering, die für die Zukunft ein Thema werden können. Krueger: «Wie der ZSC die Ausfälle von Forster und Stoffel kompensierte, war äusserst imponierend.»

Solide Abwehrarbeit erwartet Kruger von seinem Team diese Woche auch ohne Seger, Blindenbacher und Forster (dispensiert wegen Prüfungen) -- zumal die Gegner aus Osteuropa nicht mit der ersten Garde anreisten. Die Slowakei und Weissrussland meldeten äusserst junge, unerfahrene Mannschaften.

Vier Schweizer Goalies aus der Nordamerika

Krueger: «Aber diese Spieler wollen sich zeigen und für die WM aufdrängen. Ich erwarte Gegner auf Augenhöhe.» An der WM werden die Slowakei und Weissrussland aber klar stärker mit zahlreichen NHL-Akteuren antreten.

Auch Ralph Krueger schielt derzeit permanent nach Nordamerika. Im Januar traf er sich kurz mit Jonas Hiller, Luca Sbisa und Mark Streit. Vier Goalies (Hiller, Stephan, Gerber, Manzato) aus Nordamerika kommen für eine WM-Teilnahme in Frage.

Eine grössere Tournee durch die NHL und Minor Leagues plant Krueger nach dem Zusammenzug von dieser Woche, denn «dann wird feststehen, wo Gerber und Sbisa die Saison beenden». Auch mit dem AHL-Allstar Yannick Weber (Hamilton Bulldogs) will sich Krueger treffen.

Ein Debütant im Team

Die nächsten Tage gehört das Augenmerk aber jenen 25 Spielern, die für diese Woche ein Aufgebot erhielten. Nach den Mutationen vom Sonntag -- für Gerber, Josi und Wick wurden Flüeler, Blatter, Blum und Reichert nachnominiert -- figuriert mit Langnau-Verteidiger Eric Blum erneut ein Debütant im Team.

Von den 14 aufgebotenen Stürmern bestritten lediglich Emanuel Peter (Biel) und Matthias Bieber (SCL Tigers) noch keine WM. Bei den Goalies und Backs verfügen hingegen nur Goran Bezina, Philippe Furrer und Timo Helbling über WM-Routine; Helbling (4) und Furrer (7) bestritten an Weltmeisterschaften indes erst ganz wenige Partien.

Das Aufgebot:
Tor (3): Lukas Flüeler (ZSC Lions). Leonardo Genoni (Davos). Ronnie Rüeger (Kloten). -- Verteidigung (8): Goran Bezina (Genève-Servette). Florian Blatter (Davos). Eric Blum (Langnau). Félicien Du Bois (Kloten). Philippe Furrer (Bern). John Gobbi (Genève-Servette). Timo Helbling (Lugano). Patrick von Gunten (Kloten). -- Sturm (14): Andres Ambühl (Davos). Matthias Bieber (SCL Tigers). Thomas Déruns (Genève-Servette). Peter Guggisberg (Davos). Sandy Jeannin (Fribourg). Romano Lemm (Lugano). Thierry Paterlini (Lugano). Emanuel Peter (Biel). Martin Plüss (Bern). Marc Reichert (Bern). Kevin Romy (Lugano). Ivo Rüthemann (Bern). Raffaele Sannitz (Lugano). Julien Sprunger (Fribourg). -- Coach: Ralph Krueger.

Das Programm:
Mittwoch: Schweiz - Weissrussland in Genf (20.45 Uhr). -- Donnerstag: Weissrussland - Slowakei in Genf (20.15 Uhr). -- Freitag: Schweiz - Slowakei in Sierre (19.15 Uhr). -- Samstag: Schweiz - Slowakei in Gstaad (16.00 Uhr).

(Rolf Bichsel/Si)

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