Firma bestreitet Vorwürfe
Kündigung angeblich nach Krebs-Diagnose
publiziert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 09:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 10:33 Uhr
Genomic Health setzt sich für die Krebsbekämpfung ein.
Genomic Health setzt sich für die Krebsbekämpfung ein.

San Francisco - Die für Diagnosetests für Brust-, Prostata- und Dickdarmkrebs bekannte US-Firma Genomic Health wird von ihrer eigenen ehemaligen Vizepräsidentin verklagt, weil sie angeblich einzig und allein wegen ihrer wieder aufkeimenden Krebserkrankung gekündigt wurde.

Dabei soll ihre Krankheit ursprünglich sogar mit ein Grund gewesen sein, warum sie den Job überhaupt bekommen hatte. In den USA sorgt der Streitfall bereits für enorme Aufregung und hat eine heftige Diskussion um die Behandlung von Krebskranken am Arbeitsplatz ausgelöst.

Beschimpfung statt Urlaub

«Ich habe im Dezember 2013 zunächst als Beraterin bei Genomic Health angefangen und wurde dann im darauffolgenden Januar eingestellt. Schon in meiner ersten Woche hat mir mein damaliger Boss befohlen, eine weibliche Mitarbeiterin zu kündigen, um zu verhindern, dass sie aufgrund ihrer Krankheit bezahlten Urlaub beantragen kann», zitiert «Forbes» aus der Beschwerdeschrift, die Aimee Jungman kürzlich beim San Francisco Superior Court eingereicht hat. In gleicher Weise sei man im Februar 2015 auch mit ihr verfahren, als sich ihr Eierstockkrebs wieder zurückgemeldet habe.

Nach der schrecklichen Diagnose habe sie sofort versucht, bei ihrem Arbeitgeber ein sogenanntes «disability payment» zu beantragen - einen bezahlten Urlaub für die Zeit der Krankheit. Doch ihre Firma habe ihr das mit dem Argument verwehrt, dass ihre Krebserkrankung schon vor ihrer Einstellung diagnostiziert worden sei. Stattdessen wurde ihr geraten, einfach unbezahlten Urlaub zu nehmen. «Eine Jobgarantie nach meiner Rückkehr hätte ich dann nicht gehabt», betont Jungman. Also entschied sie sich dazu, auch während der Chemotherapie weiterzuarbeiten. Dafür wurde sie eigenen Angaben zufolge am Arbeitsplatz sogar noch als «ekelhaft» beschimpft. Im November folgte dann schliesslich die Kündigung.

Vorwürfe zurückgewiesen

Genomic Health weist die Vorwürfe vehement zurück. «Obwohl es eigentlich nicht unsere Art ist, laufende rechtliche Verfahren zu kommentieren, weisen wir alle Behauptungen von Frau Jungmann entschieden zurück», heisst es in einem offiziellen Statement. Darin stellt das Unternehmens klar, dass es sich bestimmter Kernwerte verpflichtet sieht, wozu beispielsweise auch ein «respektvoller und mitfühlender Umgang mit anderen Mitarbeitern» zu zählen sei.

Der wirkliche Kündigungsgrund im Fall der ehemaligen Vizepräsidentin liegt laut Ansicht des US-Unternehmens woanders: Jungmann soll mit Patienten in einer ungebührenden Art und Weise kommuniziert haben. Konkret gemeint ist dabei, dass geschäftliche E-Mails von ihr des Öfteren auch von ihrem privaten Konto aus verschickt worden sein sollen. «Das war bei Genomic Health eine durchaus gängige Praxis», kommentiert Jungmann die Vorwürfe.

(pep/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Verteidigung fordert Freispruch Florenz - Im Berufungsprozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino hat die ...
Berufungsprozess um «Costa Concordia»-Unglück hat begonnen Florenz - In Florenz hat am Donnerstag der Berufungsprozess ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 2
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten