Kuhn: «Was klappen muss, ist der Einsatz»
publiziert: Dienstag, 5. Feb 2008 / 11:52 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Feb 2008 / 13:06 Uhr

Die Schweiz trägt am Mittwoch ihr erstes Testspiel im EM-Jahr im Londoner Wembley-Stadfion gegen England aus. Gleichzeitig wird der finale EURO-Countdown lanciert.

Köbi Kuhn regiert mit väterlicher Hand. Reicht das zur Motivation?
Köbi Kuhn regiert mit väterlicher Hand. Reicht das zur Motivation?
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Die neun Schweizer Nationalspieler, die mit der Swiss von Zürich nach London geflogen waren, wurden mit Sonnenschein empfangen. Das Gros des Kaders reiste auf direktem Weg nach England; andere, wie der mit Arsenal spielende Philippe Senderos waren schon dort.

Nationaltrainer Köbi Kuhn äusserte sich im Interview, wie er die verbleibenden 123 Tage bis zur EM sieht.

Köbi Kuhn, das EURO-Jahr hat begonnen, das erste Testspiel steht an. Kribbelt es schon bei Ihnen?

«Die Spannung steigt natürlich. Aber sie steigt auch, weil wir gegen einen der ganz Grossen im Weltfussball spielen. Und sie steigt, weil wir noch nicht ganz bereit sind. Das ist weiter nicht tragisch; die meisten der Verletzten sollten demnächst wieder fit sein.»

Nach der Erweiterung auf 40 Spieler muss das Kader bis zur EURO auf 23 reduziert werden. Ist die Siebung schon im Gang?

«Ich bin nicht mit dem Rotstift dahinter gegangen, habe aber da und dort ein Fragezeichen gesetzt. Ich kann nicht einfach jemanden streichen und muss hinterher froh sein, wenn er zurückkommt, weil ein anderer ausfällt. Die Liste ist ja nicht allein für die EURO gedacht. Danach geht es blitzartig weiter. Dass jetzt Derdiyok, der nicht auf der Liste figurierte, dabei ist, soll auch zeigen, dass es sich lohnt, immer alles zu geben.»

Wie gehen Sie denn nun vor, um auf die 23 Mann zu kommen?

«Es ist vorgesehen, dass wir die unmittelbare Vorbereitung im Tessin mit 26 bis 28 Spielern angehen werden. Wir müssten also noch etwa 12 von der Liste streichen. Ich will mich noch nicht zu sehr festlegen. Im Moment sieht es danach aus, als hätten wir einige Langzeitverletzte. Deshalb wird es wohl kein grosses Streichquartett geben.»

Sie sagten, dass das Team noch nicht ganz bereit sei. Wie sieht der Fahrplan aus, damit dies am 7. Juni im Eröffnungsspiel zu 100 Prozent der Fall ist?

«Mir wäre natürlich lieber, wenn wir schon jetzt so weit wären. Es bleibt aber noch genügend Zeit. Zur Zeit ist ein Gerippe am Entstehen, aus dem sich schliesslich 23 Spieler herauskristallisieren werden. Es wird sicher Härtefälle geben. Ich hoffe jedenfalls, dass mir die Auswahl nicht leicht fallen wird.»

Und wie sieht es für das Nationalteam generell aus?

«Es war unsere Strategie, gegen starke Gegner zu spielen. Dass wir seit der WM gegen Brasilien, Argentinien, Deutschland und Holland angetreten sind und uns nun mit England messen, verdeutlicht, dass wir es uns nicht einfach machen. Wir hätten auch gegen San Marino und Andorra spielen können. Das bringt nichts. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt. Die Spiele gegen England und Deutschland werden den für uns ab dem 7. Juni gültigen Tarif vorgeben.

In der Vorbereitung im Tessin folgt ein Gegner, den wir mit Blick auf die Partie gegen Tschechien ausgesucht haben. Die Slowaken haben eine ähnliche Philosophie und Einstellung wie die Tschechen. Der letzte Match ist ein Freundesdienst an die Ostschweiz und das Ländle. Wir nehmen die Gelegenheit gerne wahr, die AGF-Arena mit einem Spiel der Nationalmannschaft gegen Liechtenstein zu eröffnen. Dieses wird uns aber das Leben auch nicht einfach machen.»

Das Spiel gegen England im neuen Wembley ist natürlich ein Highlight. Welches sind die Erwartungen und die Ziele für Mittwoch?

«Es sind immer die gleichen Ziele. Die Spieler dürfen nicht mit dem Gedanken aufs Feld gehen, sich nicht verletzen zu wollen. Diese Handbremse wird in diesem Fussball-Tempel gegen eine Mannschaft, die bei den Zuschauern etwas gut zumachen hat, nicht da sein. Das sind reizvolle Aufgaben für die Spieler. Mir ist auch bewusst, dass noch nicht alles 100-prozentig klappen kann. Was aber 100-prozentig klappen muss, ist der Einsatz.»

Sie fordern immer, dem perfekten Fussball so oft wie möglich nahe zu kommen. In welchen Spielen war dies seit der WM aus Ihrer Sicht der Fall?

«Nicht nur der Reputation des Gegners wegen, sondern auch wegen einiger Spielzüge waren wir dem wohl gegen Holland am nächsten. Aber es gab auch starke Phasen im Spiel gegen Japan, das nicht sehr glücklich ausging. Die ersten Tore waren fantastisch anzuschauen: direkte Kombinationen, schöne Abschlüsse. Natürlich sollte am Ende auch das Resultat stimmen.»

EURO-Vorbereitung der Schweiz. 6. Februar: England - Schweiz in London. -- 26. März: Schweiz - Deutschland in Basel. -- 18. Mai: Nacht des Fussballs im Kursaal Bern. -- 19. - 29. Mai: Trainingslager in Lugano. -- 24. Mai: Schweiz - Slowakei in Lugano. -- 29. - 31. Mai: Trainingslager in Bad Ragaz. -- 31. Mai: Schweiz - Liechtenstein in St. Gallen. -- 2. Juni: Zusammenzug in Feusisberg. (SDA - son x/sb/3/fussball int em kal/080204 1559)

(Sascha Rhyner, London/Si)

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