Systematische Kampagne gegen andere Ethnien
Kurden-Kämpfer zerstören im Irak massenhaft Häuser
publiziert: Mittwoch, 20. Jan 2016 / 08:48 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Jan 2016 / 10:42 Uhr
Die Provinz Kirkuk ist häufig Ziel von Zerstörungen und Plünderungen.
Die Provinz Kirkuk ist häufig Ziel von Zerstörungen und Plünderungen.

Bagdad - Kurdische Kämpfer im Irak haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Rachefeldzügen tausende Häuser arabischer Iraker zerstört. Die Kurden gehen in der Region gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor.

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«Die Peschmerga-Truppen der Regionalregierung von Kurdistan und kurdische Milizen haben tausende Häuser mit Planierraupen zerstört, sie in die Luft gesprengt oder sie angezündet, um die vermutete Unterstützung (ihrer Besitzer für den IS) zu rächen», erklärte Amnesty am Mittwoch. Die Amnesty-Beraterin für Krisensituationen, Donatella Rovera, vermutet dahinter eine systematische Kampagne der Kurden gegen andere Ethnien.

Die kurdischen Truppen «scheinen eine mutwillige Kampagne zu führen, um mit Gewalt die arabische Bevölkerung zu vertreiben», erklärte sie. Die gewaltsame Vertreibung von Zivilisten und die mutwillige Zerstörung von Häusern und anderen Gütern «ohne militärische Rechtfertigung kann Kriegsverbrechen gleichkommen».

Überdies seien geflohene arabische Zivilisten an der Rückkehr in ihre Heimatorte gehindert worden. Im Oktober hatte Amnesty einen Bericht veröffentlicht, der den kurdischen Kämpfern in Syrien ebenfalls willkürliche Vertreibungen und Hauszerstörungen vorwarf.

Beweise gesammelt

Amnesty hat nun nach eigenen Angaben Beweise über Vertreibungen, massenhafte Zerstörungen sowie Plünderungen durch kurdische Kämpfer in den irakischen Provinzen Niniwe, Kirkuk und Dijala gesammelt. Diese befinden sich ausserhalb der autonomen Region Kurdistan. Die kurdischen Truppen haben dort aber die Kontrolle übernommen oder sie verstärkt, nachdem die Soldaten der irakischen Armee im Zuge der IS-Offensive im Jahr 2014 die Flucht ergriffen hatten.

Die kurdische Führung will ihre autonome Region vergrössern, indem sie arabische Einwohner aus bestimmten Gebieten vertreibt. Die Zentralregierung in Bagdad ist strikt dagegen, kann den Kurden aber wenig entgegensetzen.

(arc/sda)

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Daesh (IS) wird geschlagen, das ist vorhersehbar.
Da helfen auch Appelle des Daesh an den Antisemitismus der Araber nichts. Das hat schon Saddam Hussein vergeblich versucht, um die Koalition gegen ihn zu sprengen.
Doch ist der Daesh das wirkliche Problem?
Man sollte sich von der medialen Aufmerksamkeit für diese Extremisten nicht täuschen lassen, sie wurden einen Moment lang nach oben gespült und verschwinden wieder, aber die Ursache ihres Aufstiegs bleibt.
Was man als Resultat sieht, ist der Zerfall der Staaten Syrien und Irak. Die Kurden werden den Damm nicht mehr her geben, das Selbstvertrauen der Rebellen gegen B. al-Assad und gegen die schiitisch dominierte Regierung des Irak wird gestärkt.
Der Konflikt wrd daher weiter gehen, bis neue Grenzen konsolidiert sind. Ein Kurdistan-Staat mit internationaler Anerkennung ist wohl genau so unausweichllich wie ein Auseinanderbrechen des Irak in einen schiitischen und sunnitischen Staat.
Und B. al-Assads letzte Stunde hat geschlagen, da helfen auch die russischen Bomben nichts. Dass er nur noch eine Marionette ohne Macht ist, zeigt sich überdeutlich, wenn man sieht, dass er selbst jetzt keinerlei Offensivkraft mehr hat.
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