Im Norden des Landes
Kurden in Syrien rufen Föderation aus
publiziert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 16:51 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Mrz 2016 / 22:04 Uhr
Syrische Kurden machen einen weiteren Schritt zu einer autonomen Verwaltung.
Syrische Kurden machen einen weiteren Schritt zu einer autonomen Verwaltung.

Rumeilan/Moskau - Die Kurden in Syrien haben eine eigene Föderation im Norden des Landes ausgerufen. Die Regierung in Damaskus und die syrische Opposition, aber auch Ankara und die USA, lehnten den Schritt gleichermassen ab.

6 Meldungen im Zusammenhang
Das Föderationssystem sei für das Gebiet Rojava im syrischen Kurdistan beschlossen worden, sagte Sihanuk Dibo von der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) nach einem Treffen in Rumeilan im Nordosten Syriens.

Ziel der Partei ist es, die drei kurdischen Bezirke an der türkischen Grenze - Kobane, Afrin und Dschasira - zu verbinden, um ein zusammenhängendes autonomes Gebiet zu errichten. Ähnlich wie Dibo äusserte sich Aldar Xelil vom Vorbereitungskomitee.

Keine Abspaltung von Syrien

Das Föderationssystem soll einen weiteren Schritt hin zu einer autonomen kurdischen Verwaltung in der Region markieren. Dabei betonen die Kurden, dass sie ihr Projekt nach territorialen und nicht nach ethnischen Kriterien vorantreiben, also die arabische Bevölkerungsminderheit und andere Minderheiten in dem Gebiet einbinden wollen. Ausserdem sei keine Abspaltung von Syrien geplant.

Ankara sieht in der PYD den syrischen Ableger der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), gegen die die türkische Armee seit Sommer 2015 im Südosten des Landes mit aller Härte vorgeht.

Die USA signalisierten, dass sie ein Föderationssystem nicht anerkennen würden. Auch die Regierung in Damaskus äusserte sich ablehnend. Jedwede Ankündigung dieser Art werde "keinerlei rechtliche, politische, soziale oder wirtschaftliche Auswirkung" haben.

Putin droht mit weiteren Militäraktionen

Derweil drohte Präsident Wladimir Putin trotz dem russischen Teilabzug aus Syrien mit neuen Kampfeinsätzen in dem Bürgerkriegsland. "Wenn nötig, ist Russland innerhalb weniger Stunden in der Lage, seine Truppenstärke in der Region ausreichend zu verstärken", sagte Putin am Donnerstag. Er werde den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad weiterhin unterstützen.

Putin hatte am Montag überraschend angeordnet, grosse Teile der russischen Streitkräfte aus Syrien abzuziehen. Ihre Aufgabe sei im Grossen und Ganzen erfüllt, hiess es zur Begründung. Seitdem sind zahlreiche Kampfflugzeuge in ihren Heimatstützpunkten eingetroffen. Luftwaffenchef Viktor Bondarew kündigte in der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" an, der Abzug solle noch in dieser Woche vollzogen sein.

Wichtiges Signal für Genfer Gespräche

Bei einem Empfang im Kreml zeichnete Putin 17 am Donnerstag Soldaten mit Orden aus und dankte ihnen für ihren Einsatz. Eine neuerliche militärische Eskalation in Syrien sei nicht Russlands erste Wahl, bekräftigte der Oberbefehlshaber. "Ich würde das nicht wollen." Er hoffe darauf, dass der Abzug eines bedeutenden Teils der Streitkräfte ein wichtiges Signal für die Friedensverhandlungen in Genf sei.

Unklar blieb zunächst, wie stark Russland nach dem Teilabzug in Syrien präsent bleiben will. Moskau verfügt über zwei Stützpunkte in dem Land. Militärexperten gehen von etwa 1000 Soldaten aus, die auf der Luftwaffenbasis Hamaimim in der Provinz Latakia sowie auf der Marinebasis Tartus weiterhin stationiert sein sollen.

UNO-Helfer haben Russland gebeten, sich stärker bei der Regierung in Syrien für humanitäre Hilfstransporte in belagerte Gebiete einzusetzen. Vertreter Moskaus hätten bereits mehrfach erreicht, das aufgehaltene Konvois passieren durften, sagte der leitende UNO-Nothilfeexperte Jan Egeland am Donnerstag in Genf. Jedoch seien trotz der vereinbarten Waffenruhe immer noch keine Hilfslieferungen in mehrere von Regierungstruppen belagerte Orte möglich.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Ein Anführer der PKK-Rebellen hat die Türkei vor einer weiteren Eskalation des Kurdenkonflikts gewarnt. «Die ... mehr lesen
Baschar al-Assad sagte, die Regierungsbildung sei nicht kompliziert.
Moskau - Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich dafür ausgesprochen, die Opposition an einer künftigen syrischen Regierung ... mehr lesen
Istanbul - Entgegen vielfacher Befürchtungen ist die Feier zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in der Kurdenmetropole Diyarbakir ... mehr lesen
Newroz, das kurdische Neujahrsfest. (Symboilbild)
Moskau - Der Abzug des Grossteils der russischen Truppen aus Syrien soll laut Luftwaffen-Kommandant Viktor ... mehr lesen
Rmeilan/Damaskus - Die Kurden im Norden Syriens streben die Bildung eines föderalen demokratischen Regierungssystems ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. 
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung ... 1
Rund 150'000 Binnenflüchtlinge hätten Schutz im syrisch-türkischen Grenzgebiet gesucht.
Dschihadisten bei Luftangriffen in Syrien getötet Beirut - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag ... 1
Über 60 Luftangriffe wurden geflogen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 730
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 14°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 13°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 11°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 12°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten