Sturm auf Kobane
Kurden wehren sunnitische IS-Fanatiker ab
publiziert: Montag, 6. Okt 2014 / 11:53 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Okt 2014 / 19:24 Uhr

Tampa/Kobane/London - Kurdische Kämpfer haben nach Angaben von Aktivisten einen neuen Angriff der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die nordsyrische Stadt Kobane abgewehrt. IS-Kämpfer hätten in der Nacht zum Montag versucht, die Stadt von Osten und Westen aus zu stürmen, teilte die so genannte Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

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Es habe heftige Kämpfe gegeben, die am Montag zunächst nachgelassen hätten. Sporadisch habe es noch IS-Angriffe mit Mörsergranaten gegeben, hiess es.

Der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane (arabisch: Ain al-Arab), Anwar Muslim, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag, mittlerweile kämpften 5000 Kurden in Kobane.

Am Sonntag waren laut der in Opposition zum syrischen Regime von Baschar al-Assad stehenden Beobachtungsstelle in Grossbritannien mindestens 19 kurdische Kämpfer und 27 sunnitische Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) getötet worden.

Selbstmord-Anschlag gegen IS-Kämpfer

Am Sonntag sprengte sich zudem eine kurdische Selbstmordattentäterin nach Angaben von Aktivisten bei Kobane in die Luft und riss mehrere IS-Kämpfer in den Tod.

Kobane an der syrisch-türkischen Grenze ist seit zwei Wochen heftig umkämpft. Kurdische Kämpfer wehrten den Vormarsch der IS-Terrormiliz trotz mangelhafter militärischer Ausrüstung bislang ab.

Unterstützung erhielten sie dabei durch Luftangriffe der internationalen Allianz gegen die IS-Kämpfer. Allerdings konnten die IS-Kämpfer dennoch bis auf wenige Kilometer an die Stadt heranrücken. Seit Beginn der Gefechte flohen mehr als 180'000 Menschen aus Kobane und den umliegenden Dörfern über die Grenze in die Türkei.

Erste australische Kampfjets im Einsatz

Seit Anfang August fliegt die US-Luftwaffe Angriffe auf IS-Stellungen im Irak, seit Ende September ausserdem in Syrien. Unterstützt werden sie dabei von Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aus Europa erhält die Koalition militärische Unterstützung von Frankreich und Grossbritannien.

Am Sonntag flogen erstmals auch niederländische Kampfbomber über dem Irak. Die F-16-Flugzeuge sollen Luftunterstützung für irakische und kurdische Bodentruppen leisten. Das australische Militär teilte am Montag mit, auch erste australische Kampfjets seien im Irak zum Einsatz gekommen. Luftangriffe gab es demnach aber noch nicht.

(bert/sda)

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