Erstkontrolle in Mazedonien
Länder der Balkanroute vereinbaren gemeinsamen Flüchtlingstransport
publiziert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 17:41 Uhr
Das verabredeten die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs in Zagreb.
Das verabredeten die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs in Zagreb.

Zagreb/Brüssel - Die Länder der sogenannten Balkanroute wollen die Flüchtlinge nach einer Erstkontrolle in Mazedonien künftig gemeinsam Richtung Deutschland transportieren. Das verabredeten die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs in Zagreb.

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Ab sofort werden Flüchtlinge nur noch an der mazedonisch-griechischen Grenze erkennungsdienstlich behandelt, beschrieb der kroatische Polizeichef Vlado Dominic am Donnerstag das neue Grenzregime.

Von der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija gehe ihre Reise dann organisiert mit dem Zug ins südserbische Presevo. Die nächsten Stationen seien Sid in Nordserbien, Dobova in Slowenien und schliesslich Spielfeld in Österreich.

Von dort würden sie dann nach Deutschland gebracht. Die jeweiligen nationalen Eisenbahngesellschaften übernähmen den Transport, hiess es weiter.

Durchreisen dürfen nach dem neuen Abkommen nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Eine Begrenzung ihrer Zahl gebe es bisher allerdings nicht. Alle anderen werden abgewiesen und müssen in die sogenannten Hotspots in Griechenland oder in der Türkei zurückkehren, erläuterte Dominic die Verabredung.

Westbalkan-Länder wollen Alleingänge vermeiden

Am Vorabend hatten die Regierungschefs von Kroatien, Slowenien, Serbien und Mazedonien zugesagt, in der Flüchtlingskrise Alleingänge zu vermeiden. Sie wollten jedoch auf Entscheidungen von Nachbarländern reagieren, hiess es EU-Kreisen zufolge bei einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel.

Bei dem Treffen kritisierten die Regierungschefs die «einseitige Entscheidung» Österreichs, die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen; das berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf EU-Quellen. «Slowenien ist ein Opfer Österreichs», hiess es demnach.

Die Regierung in Wien hatte am Mittwoch angekündigt, die Zahl der Asylanträge an der Grenze auf 80 pro Tag zu begrenzen. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Richtung Deutschland durchreisen dürfen, setzte sie auf täglich 3200 fest.

Österreichs südlicher EU-Nachbar Slowenien gab daraufhin bekannt, ebenfalls die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen und sich dabei im Rahmen der Quoten zu bewegen, die Österreich festgelegt hat.

(cam/sda)

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"Von der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija gehe ihre Reise dann organisiert mit dem Zug ins südserbische Presevo. Die nächsten Stationen seien Sid in Nordserbien, Dobova in Slowenien und schliesslich Spielfeld in Österreich.
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