IWF-Chefin Lagarde
Lagardes deutliche Worte an Griechenland
publiziert: Samstag, 26. Mai 2012 / 20:45 Uhr
IWF-Chefin Lagarde hat begrenzt Mitleid mit den Griechen.
IWF-Chefin Lagarde hat begrenzt Mitleid mit den Griechen.

London/Berlin - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, liest den Griechen die Leviten. Sie habe mehr Mitleid mit den Ärmsten in Afrika als mit den Menschen in dem verschuldeten Euro-Land, sagte die frühere französische Finanzministerin in einem Interview des britischen «Guardian».

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Die Griechen sollten sich gemeinsam selber helfen. «Indem sie alle ihre Steuern bezahlen.» Lagarde schloss aus, dass der internationale Geldgeber die Bedingungen für die vereinbarten Reformen lockert. Es sei Zeit, dass die Griechen ihren Teil beitragen und ihre Gegenleistung erbringen, sagte sie.

Der IWF ist an den Milliardenhilfen für Griechenland beteiligt und pocht darauf, dass die Regierung in Athen die Wettbewerbsfähigkeit des Landes verbessert und die öffentlichen Finanzen saniert.

Auf die Frage, ob sie Gedanken daran ausblenden könne, dass Mütter in Griechenland keine Hebammen und Patienten keine lebenswichtigen Medikamente bekommen könnten, antwortete sie: «Ich denke mehr an die Kinder, die in einem kleinen Dorf im Niger in die Schule gehen und zwei Stunden Unterricht am Tag erhalten, sich zu dritt einen Stuhl teilen und sehr froh sind, eine Ausbildung zu bekommen», sagte Lagarde.

«Ich habe sie immer im Auge, weil ich glaube, dass sie sogar mehr Hilfe brauchen als die Menschen in Athen.» Die Französin geht davon aus, dass die Schuldenkrise ihren Lauf nehmen muss. «Wissen Sie was: Was Athen anbetrifft, denke ich auch über all die Leute nach, die die ganze Zeit versuchen, ihren Steuern zu entkommen», sagte sie.

Deutliche Worte

Gleichermassen beschäftige sie auch die Tatsache, dass der griechische Staat seinen Pflichten gegenüber den Bürgern nicht nachkomme.

Lagarde wird in dem Interview so deutlich wie noch kein Politiker in den vergangenen zweieinhalb Jahren, seit Griechenland nicht mehr selbst für sein Auskommen sorgen kann und auf internationale Hilfe angewiesen ist.

Auf die Frage, ob sie es als schwieriger empfinde, einem reichen Land harte Bedingungen aufzuerlegen als einem armen, antwortete die IWF-Chefin: «Nein, es ist nicht schwieriger. Nein. Weil es die Aufgabe des Fonds und mein Job ist, die Wahrheit zu sagen, unabhängig davon, wer auf der anderen Seite des Tisches sitzt.»

(alb/sda)

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