Lage in Andischan bleibt angespannt
publiziert: Sonntag, 15. Mai 2005 / 08:14 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 15. Mai 2005 / 08:37 Uhr

Andischan - Nach den schweren Unruhen in der usbekischen Stadt Andischan mit möglicherweise bis zu 500 Toten ist die Lage in der Nacht auf Sonntag weiter angespannt geblieben.

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In den Strassen patrouillierten gepanzerte Armeefahrzeuge. Schwer bewaffnete Soldaten und Polizisten liefen Streife. Armeelastwagen blockierten wichtige Durchfahrtsstrassen. Am Samstag waren offenbar Tausende unbeeindruckt von Todesschüssen auf Demonstranten erneut auf die Strasse gegangen.

Die Bewohner der Stadt hatten getötete Demonstranten begraben. Ein staatlicher russischer Fernsehsender zeigte Männer, die Leichen wegtrugen. Frauen weinten. In den Spitälern lägen weitere Todesopfer, berichteten Anwohner.

Bis zu 500 Tote?

Ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Appeal erklärte, bei den Unruhen seien auf beiden Seiten möglicherweise bis zu 500 Menschen getötet worden. Er berief sich auf eigene Beobachtungen und auf Gespräche mit Augenzeugen. Am Freitag hatten Soldaten das Feuer auf rund 3000 Demonstranten eröffnet.

Die Demonstranten hatten den Rücktritt des autokratischen Präsidenten Islam Karimow gefordert. Karimow machte die militante Moslemgruppe Hisb ut-Tahrir für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Ein Sprecher der Gruppe wies dies jedoch zurück.

(rp/sda)

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