Lage in Haiti spitzt sich weiter zu
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 21:20 Uhr

Port-au-Prince - Nach gewalttätigen Protesten der Anhänger von Präsidentschaftskandidat René Préval hat sich die Lage in der haitianischen Hauptstadt weiter zugespitzt. Demonstranten blockierten den Sitz des Wahlrates.

René Préval wird nach ersten Hochrechnungen nicht über 50 Prozent der Wählerstimmen erreichen.
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Prévals Anhänger versperren seit dem Wochenende mit Barrikaden wichtige Strassen von Port-au-Prince. Für den Fall, dass der Provisorische Wahlrat nicht das von ihnen gewünschte Ergebnis mitteilen und Préval nicht zum Sieger im ersten Wahlgang erklären sollte, drohten sie mit Gewalt.

Im blockierten Hotel Montana, dem Sitz des Wahlrates, sitzt auch der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu fest, der gestern versucht hatte, eindringende Demonstranten zu beschwichtigen.

Bei einer Demonstration von Anhängern des führenden Kandidaten Préval war gestern in Port-au-Price ein Mensch erschossen worden. Mehrere weitere wurden verletzt.

Unterschiedliche Angaben

Kundgebungsteilnehmer und Sicherheitskräfte machten unterschiedliche Angaben darüber, wer für den Tod des Demonstranten verantwortlich war. Augenzeugen beschuldigten UNO-Blauhelm-Soldaten, in die Menge geschossen zu haben.

Der Sprecher der UNO-Mission in Haiti (MINUSTAH), David Wimhurst, bestritt dies. Die Blauhelme hätten «in die Luft geschossen» und keinesfalls in die Menge. «Uns liegen Berichte vor, dass Schüsse gefallen sind, nachdem wir dort waren», sagte er.

Das Endergebnis der Wahl solle sobald wie möglich bekannt gegeben werden, und falls einer der Kandidaten 50 Prozent der Wählerstimmen errungen habe, «wird er sofort zum Präsidenten erklärt».

UNO-Mandat verlängert

Der UNO-Sicherheitsrat verlängerte unterdessen das Mandat für die UNO-Mission in Haiti um mindestens sechs Monate. Die 15 Ratsmitglieder verabschiedeten einen entsprechenden Resolutionsentwurf Argentiniens einstimmig. Darin bekundete der Sicherheitsrat seine Absicht, das Mandat auch darüberhinaus zu verlängern.

Zur 2004 gebildeten MINUSTAH gehören rund 7500 Soldaten, darunter 1200 Brasilianer, sowie fast 2000 internationale Polizisten.

(bert/sda)

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