Lake Parade von Vergiftungen überschattet
publiziert: Sonntag, 10. Jul 2005 / 19:10 Uhr

Genf - Eine Vergiftungswelle hat am Samstagabend die Lake Parade in Genf überschattet. Ein Dutzend Personen musste ins Spital, weil ihnen K.O.-Tropfen verabreicht worden waren.

GHB ist in der Techno-Szene unter dem Namen Liquid Ecstasy bekannt. (Archiv)
GHB ist in der Techno-Szene unter dem Namen Liquid Ecstasy bekannt. (Archiv)
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Drei Personen mussten vorübergehend auf der Intensivstation behandelt werden. Ihr Leben sei nicht in Gefahr gewesen, sagte Marc Niquille von den Genfer Universitätsspitälern. Die drei Personen seien wegen Herzgefäss-Problemen auf die Intensivstation gebracht worden.

Bei der giftigen Substanz handelte es sich wahrscheinlich um GHB oder Gammahydroxybuttersäure, die zu Willenlosigkeit, grosser Müdigkeit und Bewusstlosigkeit führt. GHB wird innerhalb von drei Stunden wieder abgebaut. "Wir haben keine Beweise, dass es GHB war und stützen unseren Verdacht lediglich auf die Symptome", sagte Niquille weiter.

Liquid Ecstasy

GHB ist geruch- und farblos und kann in Getränken oder Speisen nicht nachgewiesen werden. Die Organisatoren der Lake Parade wollen bei den künftigen Austragungen vor dieser Substanz warnen, wie sie am Sonntag mitteilten. Sie seien sehr geschockt, sagte Christian Kupferschmid.

GHB ist in der Techno-Szene unter dem Namen Liquid Ecstasy bekannt. Die Wirkung ist allerdings nicht mit der von Ecstasy zu vergleichen. GHB wirkt zwar unter Umständen euphorisierend, jedoch fehlen die einfühlsamen und harmonisierenden Aspekte, die bei Ecstasy-Konsum erwartet werden.

Rund 110 Patienten behandelt

Die GHB-Vergiftungen wurden am Samstagabend gegen 23 Uhr festgestellt, wie die Genfer Kantonspolizei am Sonntag mitteilte. Im Parc des Eaux-Vives wurde darauf ein Versorgungszelt eingerichtet, rund zehn Ärzte wurden aufgeboten. Insgesamt waren acht Ambulanzen im Einsatz.

Insgesamt behandelten Ärzte und Samariter an der Lake Parade aus verschiedensten Gründen rund 110 Patienten. An der 9. Auflage der Lake Parade hatten etwa 300 000 bis 400 000 Personen teilgenommen. Rund zwanzig "Love Mobiles" waren auch dieses Jahr entlang den Uferpromenaden unterwegs und hatten die Gestade des Genfersees in eine Open-Air-Disco verwandelt.

Erstmals fand die Lake Parade zu einem anderen Zeitpunkt statt als das grosse Stadtfest Fêtes de Genève, das normalerweise Anfang August über die Bühne geht. Vor einem Jahr hatte fast eine halbe Million Menschen an der Lake Parade teilgenommen.

(rp/sda)

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