Lambiel will sich in Moskau rehabilitieren
publiziert: Freitag, 23. Nov 2007 / 08:00 Uhr

Nach dem 3. Rang in China vor rund zwei Wochen nimmt Stéphane Lambiel heute mit dem «Cup of Russia» in Moskau seinen zweiten Grand Prix der Saison in Angriff. Der zweifache Weltmeister muss sich gewaltig steigern.

Ein harziger Saisonstart ist nichts Aussergewöhnliches bei Lambiel:
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In Harbin ist Lambiel so ziemlich alles misslungen, was möglich war. Insbesondere in der Flamenco-Kür blieb der 22-jährige Unterwalliser mit drei Stürzen und weiteren Unsicherheiten weit unter den Möglichkeiten.

Das Total von 192,22 Punkten - das sind 41,77 weniger als bei seiner an der WM 2006 in Calgary aufgestellten Bestleistung - sagt alles über dessen Leistung am «Cup of China» aus.

Lambiel: «Mein Gefühl wiederfinden»

Ein harziger Saisonstart ist nichts Aussergewöhnliches bei Lambiel: «Irgendwie bin ich halt kein Herbstläufer.» In Harbin war er wegen einer zweiwöchigen Pause im Oktober, wohl durch einen Weisheitszahn verursacht, nicht optimal vorbereitet angetreten.

Zudem verlor er in den Trainings das Vertrauen in die Sprünge. «Ich weiss, dass meine Vorstellungen nicht gut waren», erklärte der siebenfache Schweizer Meister. Das sei nun aber vorbei. Er wolle nun einen Schritt vorwärts machen.

Wer Lambiel kennt, zweifelt nicht daran. Dass er sich innert kürzester Zeit zu steigern vermag, hat er schon mehrmals bewiesen. Vor der EM 2002 in Lausanne beispielsweise, wo er als überraschender Vierter erstmals den Sprung in die kontinentale Spitze schaffte, war es ihm in den Trainings dermassen schlecht gelaufen, dass man gar ein Forfait in Erwägung gezogen hatte. Für Lambiel war nach Harbin denn auch klar, dass «ich nichts ändern, sondern einfach wieder mein Gefühl finden muss.»

Gute Erinnerungen an Moskau

Der Olympia-Zweite nutzte die Zeit zwischen den beiden Grands Prix unter anderem dazu, am Dreifach-Axel zu arbeiten. Auf diesen hatte er in Asien verzichtet, weil er sich zwei Wochen vor dem Saisondebüt auf Anraten eines Biomechanikers eine neue Technik angeeignet hatte; so änderte er den Einlauf, weil er ihn nicht mehr von der Kante weg springt. Das «Rutschen» ermöglicht ihm eine bessere Drehung im Fuss und erhöht damit seine Chancen, den Axel regelmässig zu stehen. Dies ist nötig, will er sich den angestrebten EM- und WM-Titel sichern.

Lambiel verbinden gute Erinnerungen mit Moskau. Bei seinem letzten Wettkampf in der russischen Hauptstadt im März 2005 gewann er seinen ersten WM-Titel. Die grössten Konkurrenten am fünften Grand Prix der sechsteiligen Serie -- die Topläufer wurden jeweils an zwei Veranstaltungen eingeladen -- dürften der Amerikaner Johnny Weir und der Kanadier Jeffrey Buttle sein. Der Olympia-Fünfte Weir präsentierte sich beim Sieg in Harbin in bestechender Form und distanzierte Lambiel um beinahe 40 Punkte. Buttle, WM-Zweiter 2005 sowie Olympia-Dritter 2006, belegte bei seinem ersten Grand Prix in dieser Saison in Québec Rang 3.

Weil der französische Weltmeister Brian Joubert vor einer Woche in Paris aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte, sind Lambiels Chancen auf den Grand-Prix-Final der besten sechs Läufer von Mitte Dezember in Turin gestiegen. Mit Platz 2 in Moskau wäre er sicher dabei. Es wäre schön, nochmals in Turin zu laufen, sagte der Schützling von Peter Grütter. Kein Wunder, hat er dort doch vor anderthalb Jahren Olympia-Silber geholt.

(von Sascha Fey/Si)

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