Landesstreiks in Griechenland
publiziert: Donnerstag, 3. Apr 2003 / 08:30 Uhr

Athen - Aus Protest gegen den Irak-Krieg hat in Griechenland ein landesweiter Streik der Staatsbediensteten begonnen. Zahlreiche Gewerkschaften des privaten Bereichs haben sich der Arbeitsniederlegung angeschlossen.

Demonstration in Athen.
Demonstration in Athen.
Die Gewerkschaften riefen ihre Mitglieder zu einer Kundgebung im Zentrum Athens unter dem Motto Mit einer Nelke für den Frieden auf. Anschliessend wollten die Demonstranten zur US-Botschaft marschieren und dort gegen den Krieg im Irak protestieren.

Auswirkungen hat der Streik hauptsächlich im Luftverkehr. Auch Ministerien und öffentlich-rechtliche Institutionen wie das Elektrizitätsunternehmen, die Telefongesellschaft, die Post und zahlreiche Banken werden bestreikt. Die Schulen bleiben geschlossen.

U-Bahn fährt

Dagegen teilte die Gewerkschaft der Athener U-Bahn mit, sie werde sich nicht an dem Ausstand beteiligen, damit die Demonstranten das Zentrum der Hauptstadt erreichen können.

Auf Anti-Kriegs-Kundgebungen in Ländern der moslemischen Welt sind erneut Rufe nach einem Glaubenskrieg gegen die USA und Grossbritannien laut geworden.

Demos im Nahen und Mittleren Osten

In der pakistanischen Provinzhauptstadt Quetta forderten nach unterschiedlichen Schätzungen 60 000 bis hunderttausend Menschen die Ausrufung des Dschihad. Die Demonstranten hielten Plakate mit Porträts von Saddam Hussein und Osama bin Laden hoch.

Viele Teilnehmer erklärten sich bereit, freiwillig in Irak gegen die US-geführte Allianz zu kämpfen. Zu der Kundgebung hatte das radikalislamische Parteienbündnis Muttahida Madshlis-e-Amal aufgerufen.

In mehreren Städten des Jemen forderten tausende Demonstranten die Regierung auf, offiziell zum Dschihad (Heiliger Krieg) aufzurufen.

In der südlibanesischen Stadt Sidon brachten etwa zehntausend Libanesen und Palästinenser ihre Wut auf den Krieg gegen Irak zum Ausdruck.

In Syrien bekundeten Angestellte von Flughäfen, Häfen und Staatsbetrieben mit einem zehnminütigen Streik ihre Solidarität mit Irak. Die südwestafrikanische Republik Namibia erlebte ihre grösste Demonstration seit mehr als zehn Jahren. In der Hauptstadt Windhuk forderten zweitausend Menschen einen Abzug der ausländischen Truppen aus Irak.

Auch in Russland wurde gegen den Irak-Krieg demonstriert. Die Kritik der Demonstranten richtete sich vor allem gegen die Bombenangriffe der US-Armee auf ein Wohnviertel in der irakischen Hauptstadt.

(bsk/sda)

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