Landwirtschaft momentan nicht Schuld an Feinstaub-Misere
publiziert: Freitag, 3. Feb 2006 / 15:45 Uhr / aktualisiert: Freitag, 3. Feb 2006 / 16:11 Uhr

Brugg - Aus Land- und Forstwirtschaft stammen 37 Prozent des jährlich in die Luft gelangenden Feinstaubs. An der gegenwärtigen hohen Belastung wollen die Bauern allerdings nicht Schuld sein. Zu Recht - für ihre Aussenaktivitäten ist nicht Hochsaison.

Im Winter wird der Traktor selten eingesetzt.
Im Winter wird der Traktor selten eingesetzt.
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Im Winter ruht die Scholle - hart gefroren - und so wie sie des Bauern Arbeit auf dem Feld. Was er in Haus und Hof jetzt schafft, benötigt kaum den Einsatz des Traktors. Erst mit Erwachen der Natur im Frühling nimmt Landmann samt Traktor die Arbeit draussen auf.

Mit einem Anteil von 37 Prozent sind Land- und Forstwirtschaft gemäss Schätzungen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) die grössten Feinstaubquelle. Der SBV bezweifelt diese Zahlen aber. Die Landwirtschaft habe einen Anteil von 8,5 Prozent am jährlichen Dieselverbrauch der Schweiz.

Nichts gegen Filter

Selbst angenommen, dass Traktoren mehr Russpartikel ausstossen als andere Vehikel, sei die Zahl fragwürdig. Der Bauernverband habe aber gegen eine Partikelfilterpflicht für neue Traktoren nichts einzuwenden. Schliesslich sei sie Landwirtschaft an einer gesunden Umwelt existenziell interessiert.

Neben dem Treibstoff und anderem entsteht auch durch die Jauche Feinstaub. Das in ihr enthaltene Ammoniak bildet den Luftschadstoff beim Verdampfen. Die Jauche fällt im Winter aber ausser Rang und Traktanden: Ihr Ausbringen auf gefrorenen oder schneebedeckten Boden ist streng verboten - unter Androhung empfindlicher Busse, wie Heinz Hänni, Fachexperte Umwelt beim SBV, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Ammoniak-Ausstoss

Zudem tragen immer mehr Landwirte dem Ammoniak-Problem Rechnung. Wie Hänni erkläte, «bschütten» sie nicht mehr in braunem weitem Bogen aus dem Druckfass. Sie haben das Fass mit einem Schleppschlauch versehen oder bedienen sich einer Schlauchanlage. Mit dieser Methode lässt sich laut Hänni der 45 bis 50 Prozent des Ammoniak-Ausstosses vermindern.

(ht/sda)

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