Lausanne bekommt kein «Fixerstübli»
publiziert: Sonntag, 8. Jul 2007 / 15:30 Uhr

Lausanne - Die Lausanner Stimmberechtigten wollen kein «Fixerstübli». Sie lehnten die Eröffnung eines Gassenzimmers mit 54,6 Prozent Ja- gegenüber 45,3 Prozent Nein-Stimmen ab. Die Stimmbeteiligung betrug 31,8 Prozent.

Die Ablehung bedeutet eine Niederlage für die rot-grüne Stadtregierung.
Die Ablehung bedeutet eine Niederlage für die rot-grüne Stadtregierung.
5 Meldungen im Zusammenhang
Damit ist die Drogen- und Randständigenpolitik der links-grünen Regierungs- und Parlaments-Mehrheit gescheitert. Vorgesehen war ein Gassenzimmer mit Fixerraum sowie ein «Sozial-Bistro» für Randständige. Beide Institutionen wären in der Nähe des Stadtzentrums in einer städtischen Liegenschaft untergebracht worden.

Durchgesetzt haben sich die Argumente der FDP, der Liberalen, der SVP und der CVP. Grund dafür dürfte nicht nur der Widerstand aus der Nachbarschaft des Gassenzimmers gewesen sein. Die bürgerlichen Parteien waren aus prinzipiellen und parteipolitischen Gründen seit Monaten gegen das Projekt Sturm gelaufen.

«Ethische und moralische Gründe»

Sie hatten argumentiert, dass der Staat nicht einerseits den Drogenkonsum unter Strafe stellen und andererseits Orte schaffen dürfe, wo Drogen eingenommen werden können. Diese «rechtsfreien» Räume dürften nicht toleriert werden.

Die Gassenzimmer-Gegner stützten sich dabei auf ein in der Westschweiz breit verbreitetes Gefühl, dass Fixerräume aus «ethischen und moralischen Gründen» abzulehnen sind.

Genf als Ausnahme

Bei der Abstimmung war es aber nicht nur um die Sache gegangen. Nach der Wahlniederlage bei den Gemeindewahlen vom letzten Jahr wollte das rechte Lager der links-grünen Mehrheit unbedingt eine Niederlage verpassen. Für die Abstimmungskampagne haben die Bürgerlichen deshalb doppelt so viel Geld ausgegeben als Rot-Grün.

Damit bleibt Genf, sieht man vom zweisprachigen Biel ab, die einzige Stadt der Romandie mit einem Gassenzimmer. In der Deutschschweiz gibt es solche Institutionen in mindestens sieben Städten, teilweise seit mehr als 20 Jahren.

(ht/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die staatliche Heroinabgabe ... mehr lesen
In ländlichen Gebieten hätten Süchtige keine Möglichkeit, die staatliche Heroinabgabe zu nutzen.(Symbolbild)
Die Heroinabgabe habe versagt, argumentiert die Vereiningung.
Bern - Die Vereinigung «Eltern ... mehr lesen
Luzern - Die Drogenabhängigen in der Stadt Luzern erhalten einen Fixerraum. Das Stimmvolk hat einem jährlichen Betriebsbeitrag von 150 000 Franken mit einem Ja-Stimmenanteil von 58,55 Prozent zugestimmt. Die Stimmbeteiligung betrug 50,8 Prozent. mehr lesen 
Lausanne - Der Linksrutsch hat sich ... mehr lesen
Marc Vuilleumier holt sich einen Sitz für die POP.
Lausanne - Vor zwanzig Jahren hat die Stadt Bern den ersten Fixerraum der Schweiz bewilligt. Nun soll auch Lausanne ein Gassenzimmer erhalten. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Jeff Daniels.
Jeff Daniels.
Der 50. Geburtstag brachte nichts Gutes mit sich für Leinwandlegende  Jeff Daniels (61) wusste nach seinem zweiten Rückfall in die Alkoholsucht, dass er sich nicht alleine erholen können würde. mehr lesen 
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die ... mehr lesen  
Sorge bereite die Zunahme der Todesfälle wegen Überdosierungen in einigen Ländern.
Noch Anfang März hatten die Anwälte erklärt, dass Guzmán selbst eine Auslieferung in die USA wolle.
Gegen Auslieferung an USA  Mexiko-Stadt - Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán geht gegen seine geplante Überstellung in die USA vor. Wie einer seiner Anwälte ... mehr lesen  
«Therapeutisches Cannavaping»  Lausanne - Mit E-Zigaretten zerstäubtes Haschisch-Öl ist eine vielversprechende Alternative für die medizinische Inhalation von Cannabis. Das zeigt eine Studie des ... mehr lesen
80 bis 100 Züge mit der so bestückten E-Zigarette entsprechen etwa einem Joint. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 15°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Basel 15°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
St. Gallen 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Bern 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Luzern 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 15°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Lugano 19°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten