Arafat will «schnellstmögliche Rückkehr an den Verhandlungstisch»
Laut Palästinensern breche Israel «einseitige Waffenruhe»
publiziert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 22:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 22:38 Uhr

Jerusalem/Gaza - Israel hat im Nahost- Konflikt eine «einseitige Waffenruhe» verkündet, die jedoch nach palästinensischen Angaben nicht eingehalten wird. Die Palästinenser wiesen die Aufforderung zu einer Waffenruhe auch als «Trick» zurück.

Israelische Panzer hätten am Mittwoch einen Posten der palästinensischen Sicherheitskräfte im Gazastreifen beschossen und seien mehrfach in autonomes Gebiet eingedrungen, sagte der palästinensische Sicherheitschef für den Gazastreifen, Abdel Rasek el Madschaida.

Der «ungerechtfertige» Beschuss zeuge davon, «dass der Aufruf Israels zu einem Waffenstillstand eine Lüge ist», sagte Madschaida weiter. Der Sekretär der palästinensischen Autonomieregierung, Achmed Abdelrachman, nannte den «einseitigen Waffenstillstand» Israels eine «Vortäuschung falscher Tatsachen».

Bewaffnete Palästinenser töteten derweil in der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland einen Israeli und verletzten einen weiteren. Nach Angaben des israelischen Militärradio bewachten die beiden Männer eine Schule der Siedlung, als sie von Schüssen aus dem palästinensischen Nachbardorf Salfit getroffen wurden.

Respekt

Ein israelisches Kabinettsmitglied sagte, die Armee respektiere die Waffenruhe auf Anordnung von Ministerpräsident Ariel Scharon und Generalstabschef Schaul Mofas. Einer neuen Marschroute entsprechend werde die Armee keine offensiven Aktionen starten und auch nicht in autonome Palästinensergebiete eindringen.

Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser hatte die Armee am Dienstagabend angewiesen, nur zur Selbstverteidigung das Feuer zu eröffnen. Kurz zuvor hatte Scharon in einer Fernsehansprache die Palästinenser aufgefordert, «die Gewalt sofort zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren».

Appell

US-Präsident George W. Bush rief am Mittwoch Israels Ministerpräsident Scharon und Palästinenserpräsident Jassir Arafat an und appellierte an beide, die Vorschläge der Mitchell-Kommission zur Beendigung der Gewalt umzusetzen.

Bush forderte Angaben eines Sprechers zufolge Arafat und Scharon auf, die Gewalt im Nahen Osten zu beenden und den Mitchell-Bericht umzusetzen, der den Stopp des israelischen Siedlungsbaus und die Einstellung aller Gewaltakte vorsieht. Laut einem Sprecher des Weissen Hauses sagten Scharon und Arafat zu, an einem Rahmen zur Umsetzung des Berichts mitzuarbeiten.

Arafat sprach sich am Mittwochabend in Paris nach einem Treffen mit dem französischen Premierminister Lionel Jospin für eine «schnellstmögliche Rückkehr an den Verhandlungstisch» aus. Der Palästinenserpräsident betonte dabei die Rolle Frankreichs und der Europäischen Union (EU). Arafat traf danach im Elysée-Palast zu den französischen Präsidenten Jacques Chirac.

Ben Elieser drohte im israelischen Armeeradio erneut, seine Armee werde auf Stellungen syrischer Soldaten in Libanon feuern, wenn die islamistische Hisbollah-Miliz Israel angreife. Der syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlass sprach unterdessen in Moskau mit der russischen Führung über die Krise im Nahen Osten.

(kil/sda)

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