Unzählige Minen
Lebensgefährliche Rückkehr in Kurdenstadt Kobane
publiziert: Donnerstag, 26. Feb 2015 / 18:04 Uhr
Rund 10'000 kurdische Flüchtlinge seien bisher zurückgekehrt.
Rund 10'000 kurdische Flüchtlinge seien bisher zurückgekehrt.

Genf/Kobane - Die von Kurden zurückeroberte syrische Grenzstadt Kobane ist übersät von Minen, Sprengfallen und Blindgängern. Die Nichtregierungsorganisation Geneva Call fordert deshalb vor der Heimkehr Tausender Flüchtlinge die Entminung der Region.

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Die Gegend der nordsyrischen Stadt nahe der türkischen Grenze sei voll von Überresten von Kriegsmunition, sagte Geneva-Call-Präsidentin Elisabeth Decrey Warner am Donnerstag in Genf vor den Medien. Die Organisation drehte in Kobane einen Film, der das Ausmass an Personen- und Panzerminen, mit Sprengstoff gefüllten Schaufensterpuppen oder Sprengfallen in Häusern dokumentiert.

Zu dieser Hinterlassenschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die im Januar von den Kurdenkämpfern vertrieben wurde, kommen zahlreiche Blindgänger hinzu, die auch vom Beschuss durch die US-geführte Koalition stammen. In Kobane seien in den vergangenen Wochen zehn Zivilpersonen durch Blindgänger getötet und 20 verletzt worden, berichtete Geneva Call unter Berufung auf kurdische Kämpfer.

Rund 10'000 kurdische Flüchtlinge seien bisher zurückgekehrt. 200'000 weitere warteten in der benachbarten Türkei, bis sie nach Kobane oder eines der rund 400 umliegenden Dörfer heimkehren könnten.

Diese Leute möchten bei ihrer Rückkehr im Frühjahr die Felder bestellen. Die Gefahr von Unfällen mit Kriegsmunition werde sich vervielfachen, warnte Mehmet Balci von Geneva Call.

Provisorisch im Zeltlager

Die kurdischen Kämpfer hätten weder Experten noch die Mittel, um die Gegend zu entminen. Vor einem Wiederaufbau müsse die Stadt aber wieder sicher gemacht werden, und das müsse rasch geschehen, hiess es weiter.

Es seien Nichtregierungsorganisationen wie Handicap International und auch Staaten kontaktiert worden. Die nötigen Spezialteams kosten laut Geneva Call viel Geld. Und dann brauche es auch die Einwilligung der Türkei, um über ihre Territorium überhaupt nach Kobane zu gelangen.

In der Zwischenzeit installierten die Kurden ein Zeltlager bei Kobane, auf syrischem Gebiet. Mit dieser Übergangslösung könnten rückkehrwillige Flüchtlinge aufgenommen werden, deren Heim zerstört oder wegen Sprengstoff unzugänglich sei.

(flok/sda)

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