Lebenslänglich für argentinische Ex-Generäle
publiziert: Freitag, 29. Aug 2008 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Aug 2008 / 12:22 Uhr

Buenos Aires - In Argentinien sind zwei ehemalige Generäle wegen der Ermordung eines Senators während der Militärdiktatur (1976 - 1983) zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Ex-General Antonio Bussi.
Der Ex-General Antonio Bussi.
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Ein Bundesgericht in der Stadt Tucumán sah es als erwiesen an, dass die beiden für die Verschleppung, das Foltern und die Ermordung des Senators Guillermo Vargas Aignasse verantwortlich sind. Dieser war 1976 am Tag des Militärputsches spurlos verschwunden.

Die beiden Verurteilten hatten sich im Prozess uneinsichtig gezeigt und den Staatsterrorismus, dem Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30'000 Menschen zum Opfer fielen, als «Notwehr gegen den Marxismus» gerechtfertigt.

Sie hätten wie andere Militärs nur verhindert, dass Argentinien in die Abhängigkeit der Sowjetunion gerate. Eine wirkliche Gefahr, dass linke Kräfte die Macht in Argentinien übernehmen könnten, hat nach Einschätzung von Historikern jedoch nie bestanden.

Strassenschlacht mit der Polizei

Bussi kann in der luxuriösen Wohnanlage bleiben, wo er schon während des Prozesses wegen seines fortgeschrittenen Alters unter Hausarrest stand. Empörte Demonstranten lieferten sich deshalb vor dem Gerichtsgebäude eine Strassenschlacht mit der Polizei.

Der Prozess in Córdoba war erst möglich geworden, weil der frühere Präsident Néstor Kirchner (2003-2007) dafür gesorgt hatte, dass die von dem ersten Präsidenten nach der Diktatur, Raúl Alfonsín, erlassenen Amnestiegesetze wieder aufgehoben wurden.

(dl/sda)

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