Lebenslang für Mord beantragt
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 17:51 Uhr

Rom - Die römischen Staatsanwälte haben eine lebenslängliche Haft für vier Linksextremisten beantragt. Sie werden des Mordes an dem Arbeitsrechtsexperten und Regierungsberater Massimo D´Antona beschuldigt.

Massimo D´Antona war im Mai 1999 vor seiner Wohnung in Rom erschossen worden.
Massimo D´Antona war im Mai 1999 vor seiner Wohnung in Rom erschossen worden.
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Für eine weitere mutmassliche Terroristin wurden 21 Jahre Haft beantragt. Insgesamt stehen 17 mutmassliche Terroristen in Rom vor Gericht.

D´Antona, Berater des gemässigten Gewerkschaftsverbands CISL, war im Mai 1999 vor seiner Wohnung in Rom erschossen worden. Er war wegen seiner Bemühungen um die Reform des Arbeitsmarkts ins Visier der Extremisten geraten.

Über 100 Zeugen

Über 100 Zeugen sollen im Rahmen des Prozesses vorgeladen werden. Wegen des Mordes an D'Antona waren im März bereits zwei Linksextremistinnen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

Im Oktober 2003 wurden neun Personen verhaftet, die an dem Mord an D´Antona beteiligt gewesen sein sollen. Die Terroristen beziehen sich auf die italienischen "Brigate Rosse", die in den 70er und 80er Jahren für Anschläge mit mehreren hundert Toten verantwortlich zeichneten.

Die Linksextremisten werden auch des Mordes an einem weiteren Arbeitsrechtsexperten, Marco Biagi, verantwortlich gemacht. Dieser war im März 2002 vor seiner Wohnung in Bologna erschossen worden.

Die Hauptangeklagte Nadia Desdemona Lioce, für die die Staatsanwälte in Rom die lebenslange Haft beantragt haben, wurde bereits im Jahr 2003 wegen des Mordes an einem Polizisten zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch wegen des Mordes an Biagi wurde Lioce zur Höchststrafe verurteilt.

(sl/sda)

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