Lebenswandel und Kultur verändern Gene
publiziert: Freitag, 25. Apr 2008 / 11:31 Uhr

Raleigh/North Carolina - Genforscher der North Carolina State University haben herausgefunden, dass umgebungsbedingte Einflüsse - wo und wie man lebt - Auswirkungen auf die Aktivität bestimmter Gene haben.

Je nachdem, wo und wie die Berber leben, unterscheiden sich ihre Gene.
Je nachdem, wo und wie die Berber leben, unterscheiden sich ihre Gene.
Die Wissenschaftler um Youssef Idaghour und Greg Gibson haben die Ausprägungen der genetischen Informationen 46 marokkanischer Berber, ein nordafrikanisches Nomadenvolk, untersucht, um zu klären, wie sich der Übergang von der traditionellen zur urbanen Lebensweise im menschlichen Immunsystem niederschlägt.

Die untersuchte Gruppe umfasste sowohl Wüstennomaden, Landwirte aus den Bergen und Küstenbewohner, die in festen Siedlungen leben. Die Forscher hatten sich für dieses marokkanische Volk entschieden, da die genetischen Veranlagungen ähnlich seien, die Lebensweisen und Lebensorte sich aber deutlich unterscheiden würden.

Deshalb, folgerten die Wissenschaftler, seien unterschiedliche Genexpressionen in den drei Gruppen höchstwahrscheinlich auf umweltbedingte und nicht genetische Faktoren zurückzuführen.

Bis zu einem Drittel unterschiedliche Gene

Tatsächlich stellen die Gruppe aus US-amerikanischen und marokkanischen Wissenschaftlern fest, dass bis zu einem Drittel der Gene unterschiedlich ausgeprägt waren, je nachdem, wo und wie die Berber lebten. So seien beispielsweise respiratorische, also die Atmung betreffende Gene bei den städtischen Populationen häufig aktiver, als bei den nomadischen oder agrarischen Gruppen.

«Das macht Sinn», so Idaghour, «denn urbane Siedler müssen mit grösserer Luftverschmutzung in den Städten zurechtkommen und sind eher Krankheiten wie Asthma und Bronchitis ausgesetzt.» Es sei also einleuchtend, dass respiratorische Gene bei den Stadtbewohnern «in den Schnellgang schalten», während sie bei den ländlichen Stämmen inaktiver seien.

«Die wichtigste Schlussfolgerung aus dieser Studie ist, dass Menschen mit den gleichen Erbanlagen sich in unterschiedlichen Umgebungen genetisch unterschiedlich entwickeln können», sagt Idaghour.

«Ein und dasselbe Gen kann bei urbanen Gruppen ausgeprägt sein und bei denen, die auf dem Land wohnen, nicht. Also muss man auf die Umwelt der Menschen achten, wenn man den Zusammenhang von Genen und Krankheiten untersucht.»

(dl/pte)

 
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