Leichen auf dem AKW-Gelände geborgen
Leck in Fukushima: Verstrahltes Wasser fliesst ins Meer
publiziert: Sonntag, 3. Apr 2011 / 17:12 Uhr
Amerikanische und japanische Militärs arbeiten an Pumprohren für die AKW-Kühlung.
Amerikanische und japanische Militärs arbeiten an Pumprohren für die AKW-Kühlung.

Tokio - Erstmals ist an der Atomruine Fukushima ein Riss gefunden worden, aus dem hochradioaktives Wasser ins Meer sickert. Bis Sonntagabend gelang es den Arbeitern aber nicht, das Leck zu versiegeln. Der 20 Zentimeter lange Spalt in einem Kabelschacht des Turbinengebäudes von Reaktor 2 war am Tag zuvor entdeckt worden.

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Zudem wurden auf dem AKW-Gelände am Wochenende die Leichen zweier Arbeiter gefunden. Die Männer waren bei dem Tsunami vor mehr als drei Wochen gestorben. Sie hatten am Block 4 gearbeitet. Die Leichen der 24 und 21 Jahre alten Angestellten wurden Angehörigen übergeben. Die bei ihnen gemessene Strahlung sei unproblematisch, hiess es.

Versuche, das entdeckte Leck mit Beton und wasserabweisendem Kunststoff abzudichten, schlugen am Wochenende fehl. Der Betreiber Tepco bestätigte, dass Wasser mit einer Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde ins Meer geflossen sei. Zudem wurde radioaktives Jod-131 erstmals mit einer Strahlung doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert 40 Kilometer vom AKW entfernt im Meer nachgewiesen.

Radioaktive Partikel über Tokio

Für die kommenden Tage wird damit gerechnet, dass drehender Wind radioaktive Partikel aus Fukushima nach Tokio weht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) geht davon aus, dass Partikel bis Mittwoch die Millionenmetropole erreichen.

Bislang trug der Wind die strahlenbelasteten Teilchen auf den Pazifik hinaus. Zunehmender Nordwestwind treibe sie aber jetzt vom Meer aus Richtung Tokio, sagte ein DWD-Sprecher am Sonntag. Vor allem tagsüber wehe der Wind Richtung Festland. Weil es trocken bleiben soll, gehen die Experten davon aus, dass kein radioaktiver Niederschlag fällt.

Kritik wird lauter

Unterdessen wird die Kritik lauter: Vor der Tepco-Zentrale demonstrierten dutzende Bürger. Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, in der das AKW steht, rügte die Informationspolitik der nationalen Atomaufsichtsbehörde. Die Angaben zur Radioaktivität landwirtschaftlicher Produkte aus der Region seien zu spät veröffentlicht worden, sagte Yuhei Sato nach einem Kyodo-Bericht.

Auch Ministerpräsident Naoto Kan geriet in die Kritik, weil er am Samstag zum ersten Mal seit der Naturkatastrophe und inzwischen mehr als 12'000 Toten ins Krisengebiet reiste. Dabei suchte er lediglich einen Ort auf und verbrachte wenig Zeit mit den Opfern - gerade einmal 20 Minuten. Kan sprach den Überlebenden Mut zu.

(dyn/sda)

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