Lega dei Ticinesi droht Italien mit Grenzblockaden
publiziert: Sonntag, 4. Okt 2009 / 12:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Okt 2009 / 22:16 Uhr

Lugano - Die Lega dei Ticinesi will der italienischen Offensive auf den Tessiner Finanzplatz nicht tatenlos zusehen: Sie droht mit einer Blockade der Grenzübergänge. Italienischen Pendlern soll damit die Einreise in die Schweiz verwehrt werden.

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Stein des Anstosses ist die Steueramnestie, die das italienische Parlament am Freitag gutgeheissen hat. Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti erklärte, Ziel der Offensive sei es, «den Bankenplatz Lugano trockenzulegen».

Die Lega dei Ticinesi ärgert sich, dass sich weder der Bundesrat noch die Tessiner Regierung für den Finanzplatz stark machten, auf dem rund 15'000 Personen arbeiten. Die Partei schlägt Tremonti nun «einen gerechten Tausch» vor.

«Für jede Milliarde, die vom Tessin nach Italien fliesst, schicken wir 500 italienische Grenzgänger nach Hause», heisst es in einem Inserat im Parteiblatt «il Mattino».

Die arbeitslosen Grenzgänger könnten sich dann bei Tremonti für seine Angriffe auf die Schweiz bedanken. Es sei an der Zeit, Italien daran zu erinnern, dass täglich über 50'000 Grenzgänger ins Tessin zur Arbeit kämen.

Einseitige Verträge?

Die Lega führt den Anstieg der Grenzgänger auf die bilateralen Verträge mit der EU zurück. Diese werden im Tessin als einseitig empfunden: Wegen bürokratischer Hürden fällt es Tessiner Firmen und Arbeitnehmern schwer, in Italien Fuss zu fassen.

Dass nun eine italienische Delegation ins Tessin reiste, um sich von der korrekten Anwendung des Schengener Abkommens überzeugen zu lassen, empfindet die Lega als Skandal.

«Die Tessiner Regierung hätte die Delegation an der Grenze zurückweisen müssen statt sie mit allen Ehren zu empfangen», schreibt der «Mattino».

(bert/sda)

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Italiens Finanzminister Giulio Tremonti.
Ansammlung
Nun die Lega ist ein Ansammlung von Spinnern, das ist klar.

Sie findet aber ihren Nährboden in der ständigen Vernachlässigung des Tessins. Man redet ständig vom Röschtigraben aber nie über diese Region. Das Tessin wird oft einfach nicht ernst genommen und gilt nur als "Sonnenstube" der Schweiz. Die Tessiner mussten sich schon immer stark nach Mailand und Italien orientieren.

Im Punkt dass Italien nicht die gleichen Personenfreizügigkeit anwendet, hat die Lega recht. Nicht in der Art der Bekämpfung dessen. Die Abwanderung von italienischem Kapital wird m.E. überbewertet. Wer traut schon einer Regierung Berlusconi und deren Steuerbehörden?

Die Zigarettenmafia ist übrigens unser Staat. Die Schweiz und alle anderen Länder in Europa. Unsere Staaten verkommen zu demokratisch gesteuerten Kleptokratien.
Zurück ins Mittelalter
Die Schweizer Banken haben lange genug von Mafia-Geldern gelebt. Nun fliessen sie eben wieder zurück. Mich interessiert, wie die Lega ihre Drohung in die Tat umsetzen will?
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