Lehrerverband gegen Handyverbot an Schulen
publiziert: Montag, 22. Jan 2007 / 15:24 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Jan 2007 / 15:49 Uhr

Zürich - Ob in Chur, Köniz oder Olten: In immer mehr Schulhäusern werden Handys verboten. Franziska Peterhans vom Lehrerverband hält flächendeckende Verbote nicht für sinnvoll. Die Schüler müssten stattdessen den Umgang mit dem Handy erlernen.

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Unsinnig ist ein Verbot von Mobiltelefonen für die Union der Schülerorganisationen. Bild: Schüler tauschen Sex- und Gewaltfilmchen auf dem Schulhof.
Unsinnig ist ein Verbot von Mobiltelefonen für die Union der Schülerorganisationen. Bild: Schüler tauschen Sex- und Gewaltfilmchen auf dem Schulhof.
Vorsorgliche Überreglementierungen seien nicht der richtige Weg, sagte Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Nur in Einzelfällen müssten die Schulen zu Verboten greifen können.

Angezeigt sei dies etwa, wenn es zu Problemen mit Gewalt oder Störungen des Unterrichts komme. «Dann sollten die Schulen Diskussionen führen und, falls nötig, mit einem Verbot reagieren können.»

Gespräche besser als Verbote

Grundsätzlich seien Gespräche über den richtigen Umgang mit dem Mobiltelefon besser als generelle Verbote. Der LCH und auch der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH) haben sich mit dem Thema indessen noch nicht befasst.

Unsinnig ist ein Verbot von Mobiltelefonen für die Union der Schülerorganisationen. Problematische Gewalt- und Sexbilder könnten genausogut über andere Geräte, auf dem Schulweg oder in der Freizeit ausgetauscht werden, hielt die Organisation in einer Stellungnahme fest.

Handyverbot in Churer Schulen

Ein Handyverbot gilt seit 8. Januar in den zwölf Schulhäusern der Stadt Chur. Angeregt hatten es die Schulhaus-Vorstände, ohne dass ein besonderer Fall von Missbrauch vorgelegen hätte. Ein Verbot gilt auch für elektronische Geräte. Die Stadt berief sich auf gute Erfahrungen mit dem Handyverbot in Domat/Ems.

Die bisherigen Reaktionen von Eltern und Schulleitungen hätten keine Probleme mit der neuen Richtlinie gezeigt, sagte Franz Tscholl, Leiter der Stadtschulen, gegenüber der SDA.

In einzelnen Oltner Schulhäusern sind Mobiltelefone und andere elektronische Geräte ab Mitte Februar verboten. Im Berner Vorort Köniz gilt ebenfalls spätestens ab Februar ein Handyverbot. Auch in Schaffhauser Schulen sind Mobiltelefone verboten.

(fest/sda)

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