Lehrstellensituation bleibt angespannt
publiziert: Freitag, 8. Dez 2006 / 12:15 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Dez 2006 / 14:52 Uhr

Bern - Noch immer gibt es in der Schweiz zu wenig Lehrstellen. Besonders Jugendliche aus Real- oder Sonderschulen haben Schwierigkeiten eine Stelle zu finden. Das geht aus einem Bericht des Bunderates hervor.

Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation seien bereits ergriffen worden.
Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation seien bereits ergriffen worden.
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Die Situation für schulisch schwache Jugendliche werde sich sogar noch verschärfen, heisst es in dem Bericht. In den nächsten Jahren gebe es mehr solcher Schulabgängerinnen und -abgänger. Gleichzeitig steige aber der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften.

Weiter wird festgestellt, dass auch Jugendliche, die kurz vor Schulabschluss in die Schweiz einwandern, Mühe haben eine Lehrstelle zu finden. Den Bericht liess der Bundesrat aufgrund eines Postulates von Nationalrätin Chantal Galladé (SP/ZH) verfassen.

Generell habe sich die Situation je nach Region und je nach Berufsfeld unterschiedlich entwickelt. Besonders angespannt präsentiere sie sich in den städtischen Zentren Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich, heisst es im Bericht. In ländlichen Gegenden würden sich Angebot und Nachfrage eher decken.

Kein grosser Handlungsbedarf

Grossen Handlungsbedarf sieht der Bundesrat allerdings nicht. Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation seien bereits ergriffen worden und das Instrumentarium zur Schaffung neuer Lehrstellen sei vorhanden. Für schulisch Schwache etwa sei an der Lehrstellenkonferenz von Mitte November in Genf ein so genanntes «Case Management» beschlossen worden.

Die Zeichen einer Entspannung, die das Lehrstellenbarometer des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie vom Oktober aufgezeigt habe, seien mit Vorsicht zu geniessen. So bleiben im Jahr 2006 beispielsweise nur noch 5 Prozent der Lehrstellen unbesetzt. Im Vorjahr waren es 8 Prozent.

Auch der konjunkturelle Aufschwung könne die Situation nicht wesentlich verbessern, heisst es im Bericht. Flauten hätten auf dem Lehrstellenmarkt längerfristige Auswirkungen. Firmen, die während des Aufschwungs gegründet werden, bieten in der Regel - unter anderem wegen mangelnder Kompetenz - keine Lehrstellen an.

Nach der Lehrstellenkonferenz hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber zufrieden gezeigt. Die Probleme würden endlich in ihrer Grösse gesehen, sagte Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und SP-Nationalrat.

(dl/sda)

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