Leichtathletik: Steepler Christian Belz wechselt Disziplin
publiziert: Dienstag, 15. Jul 2003 / 17:26 Uhr

Steeple-Läufer Christian Belz wechselt per sofort auf die Flachdistanz. Obwohl der Berner die WM-Limite über 3000 m Steeple unterboten hat, will er sich für die Weltmeisterschaften von Ende August in Paris noch über 5000 m empfehlen.

Christian Belz wechselt zum 5000m.
Christian Belz wechselt zum 5000m.
Der Schweizer Rekordhalter gab seinen Entschluss anlässlich des Medientages in St. Moritz bekannt. Der Grund liegt auf der Hand: Der knapp 29-jährige Läufer des ST Bern erzielte in diesem Jahr über die Flachstrecken 1500 m und 5000 m persönliche Bestzeiten, an der Cross-WM in Avenches schnitt er als bester in Europa geborener Läufer ab.

Im Gegensatz dazu kam er über die Hindernisse nicht auf Touren. "Der Rhythmuswechsel im Steeple-Lauf ist nicht auf meine Fähigkeiten zugeschnitten", erklärte Belz. Zu Beginn der Qualifikationsperiode schaffte er in Rehlingen (De) in 8:28,72 zwar die WM-Vorgabe, doch beim Versuch in Lausanne, seinen Schweizer Rekord (8:22,24) zu verbessern, scheiterte er kläglich. Belz, an der WM 2001 in Edmonton auf Platz 13, glaubt auch nicht, dass ihn der eigene Erwartungsdruck gehemmt hat.

Belz will nun die laufende Saison im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2004 in ein "Übergangsjahr" umwandeln. Entweder in Stockholm oder Heuslen (Be) hofft er die Limite über 5000 m für Paris zu unterbieten. Mitte Juni in Kassel (De) hatte er sich ohne spezielle Vorbereitung in 13:25,60 bis auf zwei Zehntel an die Vorgabe des Internationalen Verbandes (IAAF) heran getastet.

Klappt dies nicht, verzichtet Belz auf die Weltmeisterschaften in Paris. Der Berner ist überzeugt, dass er mit entsprechendem Training reelle Möglichkeiten auf eine Finalteilnahme an einem Grossanlass hat.

Schläpfers berufliche Neuorientierung

Nicht einen Disziplinenwechsel, sondern eine berufliche Neuorientierung, kündigte Peter Schläpfer, der Technische Direktor im Schweizerischen Leichtathletik-Verband (SLV), an. Der 42-jährige Appenzeller will Ende Jahr zurücktreten. Der frühere Trainer von 400-m-Rekordhalter Mathias Rusterholz hatte 1994 den SLV-Posten "Chef Leistungssport" übernommen. 1998 wurde der "Schweizer Trainer des Jahres 1994" zum Technischen Direktor befördert.

Im Gegensatz zu 2002 dient St. Moritz heuer nicht als Treffpunkt für sämtliche Grossanlass-Kandidaten, sondern nur für die Läufergruppen. Neben André Bucher, Belz, Viktor Röthlin und Anita Brägger weilen noch die CISM- und Nachwuchs-Kader sowie Läuferinnen und Läufer, die sich auf private Initiative hin den SLV-Trainingsgruppen anschliessen, im Oberengadin. Dies ergibt eine Truppe von rund 60 Sportlerinnen und Sportlern.

Bucher im Training gefordert

Hochkarätige Trainingsparter hat sich André Bucher organisiert. Der 800-m-Weltmeister (Saisonbestzeit 1:44,25) konnte insbesondere Hezekiel Sepeng (SA/SB 1:44,18) und seinen langjährigen Trainingspartner Tom Omey (Be) nach St. Moritz locken. Der Holländer Bram Som (SB 1:44,22) hatte das Bünderland schon lange in der Planung. Das Quartett bestreitet insbesondere die so genannten "Schlüsseltrainings" im Team.

Bucher gab sich nach der ersten Saisonhälfte sehr zuversichtlich, wies aber erneut auf die enorme Dichte im 800-m-Lauf hin. Nicht weniger als 17 Athleten liefen in dieser Saison 1:45,00 oder schneller, die 1:42er-Marke hingegen wurde noch nicht geknackt. "Alle acht Läufer, die sich für den WM-Final qualifizieren werden, kommen deshalb auch für den Sieg in Frage", erklärte der Schweizer Rekordhalter. Allein schon die Finalteilnahme bilde bei dieser Ausgeglichenheit eine hohe Hürde.

Klarheit herrscht nun auch im Qualifikationsprozedere der Mehrkämpfer. Neben Rolf Schläfli und Sylvie Dufour, die den IAAF-B-Wert bereits erbracht haben, besitzen auch Philipp Huber und Simone Oberer an den Schweizer Meisterschaften vom 2./3. August in Bern noch Chancen, die WM-Vorgabe zu erfüllen. Sollten mehrere Athleten oder Athletinnen den B-Wert erreichen, der nur zur Entsendung eines Sportlers pro Nation und pro Disziplin berechtigt, wird die höchste im Verlaufe der Saison erzielte Punktzahl und nicht das Abschneiden an den SM berücksichtigt.

Schläpfer glaubt, dass im zweiten Qualifikationsfenster vom 1. bis 10. August noch eine bis zwei WM-Limiten fallen werden. Neben den Sprint-Assen Daniel Dubois und Martina Feusi haben beispielsweise auch die nach Florida zurückgekehrte Laura Gerber (800 m), 200-m-Läufer Markus Lüthi und Stabhochspringerin Nadine Rohr Paris noch nicht abgeschrieben. Die Vorgaben erfüllt haben neben Brägger, Bucher, Belz, Röthlin, Schläfli und Dufour auch 400-m-Hürdenläufer Cédric El-Idrissi und Hochspringer Martin Stauffer.

(bert/Si)

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