Leistung auf Ansage
publiziert: Freitag, 13. Mai 2005 / 21:24 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Mai 2005 / 21:41 Uhr

Am Pfingstwochenende beginnt die zweimonatige Qualifikationsperiode für die WM Anfang August in Helsinki. Im Vergleich zu den Olympischen Spielen in Athen hat der Schweiz. Leichtathletik-Verband (SLV) die Selektionskriterien erschwert.

André Bucher dürfte trotz der verpatzten Olympiasaison Leader des Teams sein.
André Bucher dürfte trotz der verpatzten Olympiasaison Leader des Teams sein.
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Da als Reaktion auf das mässige Abschneiden in Athen 2004 der Selektionswert nun an einem von vier im Voraus bestimmten Meetings erbracht werden muss, steht in den kommenden Tagen für die rund 20 Kandidatinnen und Kandidaten noch kein Ernstkampf an. Mit Testwettkämpfen wie am Montag in Zofingen oder Basel soll der letzte Schliff erfolgen.

So sind am Rheinknie Hochspringerin Corinne Müller und Stabspezialistin Nadine Rohr im Einsatz. In Zofingen präsentieren sich die Hallen-EM-Teilnehmer Andreas Kundert und Markus Lüthi auf Sprintstrecken; Stefan Müller will den Speer über die 75-m-Marke werfen. Anita Brägger nimmt wie bereits in den vergangenen Jahren in Rehlingen (De) erstmals Mass an der internationalen Konkurrenz.

Wichtige Termine

Die wichtigen Termine lassen noch auf sich warten. Generell vereinen das Meeting in Luzern (14. Juni), der Europacup am darauf folgenden Wochenende, die Schweizer Meisterschaften vom 2./3. Juli in Bern sowie zwei Tage später die Athletissima in Lausanne die meisten Wettkämpfe, bei denen es um die "Wurst geht".

Wer wo zu reüssieren hat, wird seitens des SLV erst wenige Tage vor dem Ernstkampf publiziert. Verletzungen, Krankheiten oder, im Falle der Sprinter im schlimmsten Fall auch das Wetter, können zu kurzfristigen Änderungen führen.

"Wir wollen die punktuelle Vorbereitung fördern", umschreibt Leistungssportchef Peter Haas das neu ausgerichtete Selektionskonzept. Es basiert auf der Annahme, dass dadurch Athletinnen und Athleten nominiert werden, die auch zum Saisonhöhepunkt in Helsinki ihre Leistung abrufen können. Zu oft fanden in den letzten Jahren Aktive aufgrund eines Lucky Punchs Unterschlupf im Team. Die Bestätigung blieb aber aus und trübte die Bilanz der Delegation.

Leader Bucher

Trotz Leistung auf Ansage rechnet Haas mit einer Truppe in der Grösse der vergangenen Jahre. Leader des knapp zehnköpfigen Teams dürfte trotz der verpatzten Olympiasaison André Bucher sein. Er kam ohne Blessuren durch den Winter, sein Umfeld gibt sich optimistisch. Der 800-m-Weltmeister von 2001 fand Unterschlupf im Feld in Paris, wo am Freitag, 1. Juli, die Golden-League-Saison eröffnet wird.

Somit ist auch klar, dass er als einer der wenigen WM-Aspiranten von einem Einsatz an den Schweizer Meisterschaften in seiner Spezialdisziplin dispensiert wird. Paris am Freitag, Bern am Samstag und Sonntag sowie Lausanne am Dienstag ergäben keinen Sinn.

Auch Christian Belz, der mit seinem Schweizer Rekord über 10 000 m vor wenigen Wochen für einen glanzvollen Auftakt zur Sommersaison gesorgt hatte, ist an 5000-m-Einsätzen in der höchsten Meeting-Kategorie interessiert. Sein gelegentlicher Trainingspartner Viktor Röthlin blickt ebenfalls auf einen erfolgreichen Saisoneinstand beim Zürich-Marathon zurück. Er wird allerdings das Ticket an die WM nicht einlösen.

Olympiateam, Routiniers und Neulinge

Aus dem neunköpfigen Olympiateam (Corinne Müller, Nadine Rohr, Anita Brägger und Marie Polli sowie Bucher, Belz, Röthlin, Cédric El-Idrissi und Patric Suter) sind keine Rücktritte erfolgt. Zu den Kandidaten gesellen sich die Routiniers Ivan Bitzi, Martin Stauffer sowie die Mehrkämpferinnen Sylvie Dufour und Simone Oberer.

Als Neulinge für einen Outdoor-Grossanlass könnten sich Laura Gerber (800 m), Hochspringer Michael Isler, Müller, Lüthi sowie die Sprinter Marc Schneeberger und Cédric Nabe empfehlen. Noch nicht in Bestform präsentiert sich nach seiner Achillessehnen-Verletzung Weitspringer Julien Fivaz, der 2003 den Schweizer Rekord auf 8,27 m gesteigert hatte.

Verschärfte Werte

Der internationale Verband IAAF hat den für die WM-Teilnahme erforderlichen B-Wert (falls mehrere Athleten pro Nation teilnehmen wollen, muss der A-Wert erfüllt werden) kaum verändert.

Der SLV verschärfte allerdings in 10 der 46 Disziplinen den Wert, um für ein gerechtes Leistungsniveau innerhalb der Sparten zu sorgen. Die Limiten der IAAF enthalten zum Teil auch wettkampftechnische Komponenten. Disziplinen, in denen ohne grossen organisatorischen Mehraufwand viele Athleten abgefertigt werden können, haben oft mildere Vorgaben.

WM-Limiten 2005
Helsinki 6. bis 14. August

Männer. 100 m: B-Wert 10,28 (A-Wert 10,21). -- 200 m: 20,75 (20,59). -- 400 m: 45,95 (45,55). -- 800 m: 1:46,60 (1:45,40). -- 1500 m: 3:38,00 (3:36,20). -- 5000 m: 13:25,40 (13:21,50). -- 10 000 m: 28:06,00 (27:49,00). -- Marathon: 2:13:30 (gleich A-Wert). -- 110 m Hürden: 13,62 (13,55). -- 400 m Hürden: 49,50 (49,20). -- 3000 m Steeple: 8:30,30 (8:24,60). -- Hoch: 2,27 (2,30). -- Weit: 8,10 (8,20). -- Stab: 5,60 (5,75). -- Drei: 16,70 (17,10). -- Kugel: 20,00 (20,50). -- Diskus: 63,00 (65,00). -- Hammer: 74,35 (78,65). -- Speer: 77,80 (81,80). -- Zehnkampf: 7860 (8050). -- 20 km Gehen: 1:24:00 (1:23:00). -- 50 km Gehen: 4:03:00 (4:00:00). -- 4x100 m: 39,00. -- 4x400 m: 3:04,00.

Frauen. 100 m: 11,40 (11,30). -- 200 m: 23,13 (22,97). -- 400 m: 52,10 (51,50). -- 800 m: 2:01,30 (2:00:00). -- 1500 m: 4:08,20 (4:05,80). -- 5000 m: 15:24,00 (15:08,70). -- 10 000 m: 32:00,00 (31:40,00). -- Marathon: 2:33:00 (gleich A-Wert). -- 100 m Hürden: 13,11 (12,96). -- 400 m Hürden: 56,25 (55,60). -- 3000 m Steeple: 9:55,00 (9:50,00). -- Hoch: 1,92 (1,95). -- Weit: 6,60 (6,75). -- Stab: 4,30 (4,45). -- Drei: 14,00 (14,30). -- Kugel: 17,30 (18,55). -- Diskus: 60,00 (62,00). -- Hammer: 67,00 (69,50). -- Speer: 59,00 (62,00). -- Siebenkampf: 6000 (6100). -- 20 km Gehen: 1:36:30 (1:33:30). -- 4x100 m: 44,00. -- 4x400 m: 3:31:00.

Modus: Die Limite muss einmal an einem Qualifikations-Wettkampf erzielt werden. Die vier Qualifikations-Wettkämpfe müssen im Voraus benannt werden. Im Grundsatz wird für eine Selektion auch ein Start an den SM in der Spezialdisziplin sowie eine Teilnahme am Europacup (sofern aufgeboten) verlangt. -- Qualifikationsperiode: 14. Mai bis 17. Juli. -- Für 10 000 m, Marathon, Gehen, Staffeln und Mehrkampf gelten spezielle Bedingungen.

WM-Kandidaten mit reellen Chancen
Männer: Christian Belz (ST Bern), 5000 m. Ivan Bitzi (LV Horw), 110 m Hürden. André Bucher (STV Beromünster), 800 m. Cédric El-Idrissi (ST Bern), 400 m Hürden. Markus Lüthi (TV Wohlen), 100/200 m. Michael Isler (LV Winterthur), Hoch. Stefan Müller (LV Winterthur), Speer. Cédric Nabe (Stade Genève), 100 m. Marc Schneeberger (TVL Bern), 200 m. Martin Stauffer (LC Zürich), Hoch. Patric Suter (Hochwacht Zug), Hammer.

Frauen: Anita Brägger (ST Bern), 800 m. Sylvie Dufour (ST Bern), Siebenkampf. Laura Gerber (LC Zürich), 800 m. Corinne Müller (LC Zürich), Hoch. Simone Oberer (LC Zürich), Siebenkampf. Marie Polli (SAL Lugano), Gehen. Nadine Rohr (ST Bern), Stab.

(von Hans Leuenberger/Si)

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