Leon Kossoff im Kunstmuseum Luzern
publiziert: Freitag, 29. Apr 2005 / 14:49 Uhr

Luzern - Das Kunstmuseum Luzern präsentiert in einer neuen Ausstellung (bis 24. Juli 2005) ausgewählte Werke von Leon Kossoff.

31 Gemälde von 1956 bis 2000 geben einen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Viele werden erstmals öffentlich gezeigt. Der 1926 in London geborene Sohn russischer Emigranten gehört zu den grossen Malern des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit Francis Bacon, Lucien Freud und Frank Auerbach wird er zur so genannten School of London gezählt. Deren Malerei hielt am Figürlichen fest, auch dort wo sie sich der Abstraktion näherte.

Trotz seiner grossen Bedeutung sind Ausstellungen des zurückgezogen lebenden Leon Kossoff äusserst selten. Die bisher einzige Retrospektive fand in den neunziger Jahren in London (Tate) statt. In der Schweiz war er letztmals Ende der neunziger Jahre in einer Gruppenausstellung präsent.

Bisher grösste Schau in der Schweiz

Die neue Kossoff-Präsentation wurde gemeinsam vom Louisana Museum of Modern Art in Humlebaek (Dänemark) und vom Kunstmuseum Luzern realisiert. Es ist die bisher grösste Schau des Künstlers in in der Schweiz. Die Kuratoren konnten auf die wohlbehütete private Sammlung Kossoffs zurückgreifen; 20 Werke kommen von ihm. Weitere elf Bilder stammen aus Privat- und Museumsbesitz.

Kossoffs Motive sind beschränkt auf seine unmittelbare Umgebung: Einerseits Personen, anderseits Stadtansichten von London (abseits der Wahrzeichen). Der Künstler verfertigt unzählige Zeichnungen, bevor er sich daran macht, die Farbe auf eine Holzplatte aufzutragen. Dabei kratzt er die Farbe oft mehrmals ab, um immer wieder von Neuem zu beginnen.

Das fertige Gemälde wird so zum Schlusspunkt eines langen Prozesses, auf den auch die mehrschichtige, dick und pastos aufgetragene Farbe verweist. Unmittelbar vor einem solchen Bild stehend, hat man den Eindruck eines dreidimensionalen Objektes.

(fest/sda)

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