Kirchliches Machtwort
Lesbisches Paar gesegnet - Bischöfe entlassen Pfarrer
publiziert: Sonntag, 8. Feb 2015 / 12:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 8. Feb 2015 / 16:28 Uhr
Bischof Huonder habe den Pfarrer gebeten, seine Demission einzureichen.
Bischof Huonder habe den Pfarrer gebeten, seine Demission einzureichen.

Luzern - Der Pfarrer von Bürglen UR, der im Herbst 2014 ein lesbisches Paar gesegnet hatte, muss auf bischöfliches Geheiss seinen Dienst quittieren. Vergangene Woche hatte auch die Bischofskonferenz (SBK) zwei Kündigungen ausgesprochen.

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Nun wollen zwei Mitglieder der SBK-Medienkommission zurücktreten. Das für Uri zuständige Bistum Chur bestätigte am Sonntag einen Bericht der «NZZ am Sonntag» zum Pfarrer von Bürglen. Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares sei aufgrund der katholischen Lehre nicht möglich, hiess es. Nach Rücksprache mit dem Churer Bischof Vitus Huonder rufe Bischof Charles Morerod den Pfarrer zurück ins Bistum Lausanne, in dem der Pfarrer geweiht worden sei.

Bischof Huonder sei «dankbar» für diesen Schritt. Er habe den Pfarrer gebeten, seine Demission einzureichen. «Sein Dienst im Bistum Chur soll spätestens im Sommer 2015 zu Ende gehen», heisst es in einer Mitteilung.

Reifliche Überlegung

Der Pfarrer hatte nach der Segnung zum «Urner Wochenblatt» gesagt, er habe sich den Schritt reiflich überlegt. Heutzutage würden Tiere, Autos und sogar Waffen gesegnet. Warum solle nicht auch ein Paar gesegnet werden können, das den Weg gemeinsam mit Gott gehen möchte.

Der Geistliche hatte vor der Segnung der beiden Frauen das Pfarreiteam, den Kirchenrat und den Pfarreirat informiert. Dieser befasste sich an einer Sitzung mit dem Thema und sprach sich im Grundsatz dafür aus.

De Schepper und Baeriswyl haben genug

In den vergangenen Tagen hatte auch die Bischofskonferenz mit Kündigungen für Schlagzeilen gesorgt. Ihren Posten verlieren der stellvertretende Generalsekretär Marco Schmid und der Informationsbeauftragte Simon Spengler. Offiziell werden die Aufgabenbereiche im Generalsekretariat und in der Kommunikationsstelle neu geregelt.

Insbesondere die Kündigung für Simon Spengler hat jedoch Wellen geworfen und den Verdacht genährt, der ehemalige «Blick»-Journalist sei zu fortschrittlich und zu offensiv gewesen. Zwei Mitglieder der SBK-Medienkommission ziehen nun die Konsequenzen. Werner de Schepper, Interimspräsident der Kommission, und Othmar Baeriswyl haben ihren Rücktritt angekündigt.

Auf dem Kirchenportal kath.ch geht de Schepper - ab 1. März Co-Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» - mit der Bischofskonferenz hart ins Gericht. Sie habe Spengler auf eine «nicht-christliche Art» und hinterrücks entlassen. Die Medienkommission sei nicht mit den Tatsachen konfrontiert worden. Der SBK gehe es nur um die eigene Macht.

(bg/sda)

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Schlauer Bischof
Um einer Klage zu entgehen, entlässt er den Priester nicht, sondern schickt ihn zu einem andern verbohrten Hardliner zu weiteren "Verwendung".
Gut, der Priester hat sich den Job selbst ausgesucht und musste wissen, was auf ihn zukommt. Niemand sollte einem Verein beitreten, dessen Statuten er nicht einzuhalten gewillt ist.
Eine wirkliche Schande ist aber das Verhalten der katholischen Kirche seinen "Schäfchen" gegenüber. Ist doch allgemein bekannt, dass sich ihr Gründervater Jesus beiden Geschlechtern zugehörig fühlte und niemals gegen eine Liebe war, egal welcher Art die war. Die "Sünden" sind eine Erfindung machtbewusster Kirchenfürsten, Huonder steht in dieser unchristlichen Linie und kann sich trotz eines ach so demütigen und toleranten Papstes auf seinem Thrönchen sicher fühlen. Austreten!!!
Quitieren
Der Pfarrer von Bürglen Soll auf geheis des Bischofs quitieren! Nein Herr Bischof das sind auch Menschen und keine Maschinen (Töffs)! Bürgler haltet zum Pfarrer und schickt den Bischof in die Wüste !!!
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