Leuenberger empfängt Fischer
publiziert: Donnerstag, 7. Sep 2006 / 23:00 Uhr

Bern - Bundespräsident Moritz Leuenberger hat zum Staatsbesuch seines österreichischen Amtskollegen Heinz Fischer in Bern die Rolle beider Länder als Friedensstifter hervorgehoben. Fischer seinerseits äusserte Zweifel an der Rechtmässigkeit des Irak-Krieges.

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Österreichs Präsident Heinz Fischer mit Gattin. (Archivbild)
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«Warum Krieg» hätten sich viele gefragt, als 2003 der Irak-Krieg begonnen wurde und dieses Jahr jener in Libanon, sagte Fischer im Historischen Museum in Bern in seiner Ansprache. Er glaube, dass die Rechtfertigungsversuche für diese beiden Kriege vor der Geschichte nicht länger Bestand haben würden als die Rechtfertigung des Vietnam-Krieges.

«Warum Krieg» ist auch der Titel eines Briefwechsels zwischen dem Physiker Albert Einstein und dem Psychoanalytiker Sigmund Freud, der dank dem Staatsbesuch Fischers in Faksimile nun in Bern zu sehen ist. Betrachtungen über Krieg und Frieden stellte denn auch Leuenberger ins Zentrum seiner Ansprache.

«So wenig Kriege Naturkatastrophen sind, so wenig fällt der Frieden vom Himmel», sagte Leuenberger. Krieg und Frieden seien das Werk von Menschen. Einstein habe im Briefwechsel für eine Weltorganisation plädiert, die das Kriegshandwerk der Nationalstaaten in Fesseln lege, sagte der Gastgeber.

Empfang auf dem Münsterplatz

Fischer und seine Frau Margit waren am Vormittag in Bern-Belpmoos gelandet und dort von Leuenberger empfangen worden. Zur Begrüssung anwesend waren auch Leuenbergers Gattin Gret Loewensberg Leuenberger, Aussenministerin Micheline Calmy-Rey mit ihrem Ehegatten André Calmy und Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz.

Das österreichische Präsidentenpaar wurde wenig später vom Gesamtbundesrat auf dem Münsterplatz in der Berner Altstadt empfangen. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die militärischen Ehrenbezeugungen und das Abspielen der Nationalhymnen. Anschliessend schritten Bundespräsident Leuenberger und der hohe Gast die Ehrengarde ab.

Am Nachmittag erörterten die Politiker - in der österreichischen Delegation war auch Aussenministerin Ursula Plassnik - neben internationalen auch bilaterale Themen. Dazu gehörte ein möglicher Standort für die Endlagerung radioaktiver Abfälle. Benken sei weiter im Gespräch, sagte Fischer. Gemäss den beiden Staatsoberhäuptern kam auch die Konzessionierung des Flugplatzes Altenrhein zur Sprache.

(bert/sda)

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