Leuthard fordert an UNO-Konferenz konkrete Pläne - Streit ums Geld
publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 18:52 Uhr
Leuthard teilte mit, dass die Schweiz die Ratifizierung des Nagoya-Protokolls vorantreibe. (Archivbild)
Leuthard teilte mit, dass die Schweiz die Ratifizierung des Nagoya-Protokolls vorantreibe. (Archivbild)

Bern/Hyderabad - Umweltministerin Doris Leuthard hat an der UNO-Biodiversitätskonferenz in Indien konkrete nationale Aktionspläne und Prioritäten für den Artenschutz gefordert. Dann könne auch die in Hyderabad «intensiv diskutierte Frage nach finanziellen Mitteln» gelöst werden.

7 Meldungen im Zusammenhang
Noch immer seien zahlreiche Fragen offen, sagte die Bundesrätin gemäss einer Mitteilung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) vom Donnerstag. Ohne konkrete Pläne sei eine Einigung auf ein «quantifiziertes Ziel» schwierig.

Die Umweltministerin appellierte an die bei der dreitägigen Ministerrunde anwesenden Umweltminister aus über 70 Staaten, vorwärts zu machen. Die Biodiversität sei der «Schlüssel zu unserer Wohlfahrt», sagte sie gemäss Mitteilung.

Ratifizierungsprozess stockt

Leuthard teilte den rund 2000 Teilnehmern der 11. Artenschutzkonferenz mit, dass die Schweiz die Ratifizierung des Nagoya-Protokolls vorantreibe. Eine grosse Mehrheit der Teilnehmer der Ende September zu Ende gegangenen Vernehmlassung hätten das Protokoll begrüsst.

Das Nagoya-Protokoll tritt in Kraft, wenn es von 50 Staaten ratifiziert ist. Unterzeichnet wurde es bisher von 92 Staaten, darunter von der Schweiz. Doch erst 5 Staaten haben es ratifiziert.

Im japanischen Nagoya hatten sich die 184 Unterzeichnerstaaten der Biodiversitätskonvention (CBD) vor zwei Jahren auf einen ehrgeizigen Strategieplan zur Rettung der Tier- und Pflanzenarten geeinigt.

Dazu gehört, den Schwund natürlicher Lebensräume zu halbieren, die Zahl der unter Schutz stehenden Naturgebiete zu erhöhen und das Aussterben von auf der Roten Liste stehenden Arten zu verhindern. Diese Ziele sollen bis zum Jahr 2020 erreicht werden.

Es fehlt an Geld

Bei der am Freitag zu Ende gehenden zweiwöchigen Konferenz in Hyderabad ging es nun um die Finanzierung. Gemäss Umweltorganisationen sind weltweit mindestens 50 Milliarden Euro nötig, um die Nagoya-Ziele zu erreichen. Derzeit lägen die Ausgaben für den Artenschutz aber nur bei etwa 30 Milliarden Euro.

Doch bei der Konferenz in Hyderabad ist eine Einigung über das Geld nach Angaben von Teilnehmern nicht in Sicht. Die nächste Artenschutzkonferenz findet erst in zwei Jahren statt.

Die Schweiz hatte in Hyderabad beantragt, dass bis 2016 ein Zwischenbericht über die Umsetzung des Strategieplans vorgelegt werden muss. Wie das BAFU bereits zu Beginn der Konferenz erklärt hatte, stellt sich die Frage nach der zu zahlenden Summe für den Artenschutz noch nicht. Die Zahlen seien noch nicht genügend abgestützt.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Hyderabad - Kurz vor Schluss der UNO-Naturschutzkonferenz im indischen Hyderabad haben Minister aus über 80 Staaten immer noch um eine Reihe offener Fragen gerungen. Vor allem stemmten sich die Industriestaaten am Freitag dagegen, den Löwenanteil der Finanzierung des Artenvielfalt-Schutzes zu übernehmen. mehr lesen 
Bern - In der Affäre um die Weitergabe eines internen Nagra-Papiers ist nun auch die Bundesanwaltschaft (BA) aktiv ... mehr lesen
Bundesanwalt Michael Lauber. (Archivbild)
Bern - Die Führung der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung ... mehr lesen
Nagra-CEO Thomas Ernst muss sich morgen beim BFE erklären.
Nur noch zwei von sechs Atom-Endlagern sicher?
Bern - Noch in dieser Woche soll es ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der Nuklearexperte Marcos Buser ist aus Protest aus der Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) ausgetreten. Er ... mehr lesen
«Die Lagersuche ist grundsätzlich falsch konzipiert.»
Innenminister Alain Berset: «Ein ausgewogenes Paket hat mehr Chancen auf eine politische Mehrheit als Einzelvorlagen».
Innenminister Alain Berset: «Ein ausgewogenes Paket hat mehr Chancen ...
Altersvorsorge  Bern - Während Bundesrat Alain Berset für sein Reformpaket zur Altersvorsorge von links und rechts kritisiert wird, findet das Projekt derzeit eine Mehrheit im Volk. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage von gfs.bern im Auftrag von Pro Senectute. 
Presseschau  Bern - Ein Placet vom Volk für die Reformvorschläge des Bundesrats zur Altersvorsorge, ein ...  
Vergangene Woche hat Innenminister Alain Berset das Reformpaket zur Altersvorsorge vorgestellt.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1521
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1065
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • JasonBond aus Strengelbach 4115
    Nein Nein Nein Bei der Ecopop bin ich nicht so sicher, da könnten die Umfragen wie ... Do, 20.11.14 14:03
  • LinusLuchs aus Basel 48
    Neoliberalismus keine Ideologie? Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas ... Mi, 19.11.14 13:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 7°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 2°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 5°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 3°C 10°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 4°C 9°C nebelig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 7°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten