Infra fordert vier Gotthard-Spuren
Leuthard verlangt Umdenken im Verkehr
publiziert: Donnerstag, 20. Jan 2011 / 19:42 Uhr
Bundesrätin Doris Leuthard.
Bundesrätin Doris Leuthard.

Luzern - Der Fachverband Infra will zwei Röhren und den vierspurigen Betrieb für den Gotthard-Strassentunnel. An der jährlichen Infra-Tagung in Luzern warf Bundesrätin Doris Leuthard am Donnerstag zudem die Frage der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur auf.

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Umweltverträgliche Mobilität bringe nur dann mehr Lebensqualität, wenn sie zuverlässig sei, sagte Infra-Geschäftsführer Benedikt Koch. Strassen und Schienen müssten darum von Engpässen befreit, laufend erneuert und unterhalten werden.

Koch plädierte für eine zweite Röhre durch den Gotthard. «Ist die zweite Röhre gebaut und der bestehende Tunnel saniert, müssen dem Verkehr vier Spuren zur Verfügung gestellt werden.» Alles andere sei weder glaubwürdig noch sinnvoll. Um das derzeitige Verbot für eine Kapazitätserweiterung im Gotthardtunnel aufzuheben, brauche es allerdings eine Volksabstimmung.

Leuthard fordert Umdenken

Für Bundesrätin Doris Leuthard ist klar, dass die Schweiz trotz derzeit guter Finanzlage eine Diskussion über zusätzliche Mittel für die Verkehrsinfrastruktur führen muss. Allein für Unterhalt, Engpassbeseitigung und Ausbau seien in den nächsten 20 Jahren happige Summen erforderlich.

Leuthard - die am Nachmittag in Bern die Pläne des Bundesrates für die künftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur vorstellte - forderte in Luzern ein Umdenken bezüglich technischem Ausbau und gesellschaftlicher Akzeptanz der Infrastruktur.

Kein Weg an «Mobility Pricing» vorbei

Qualität und Sicherheit, so die UVEK-Vorsteherin, hätten oberste Priorität, technische Perfektion aber sei ebenso zu hinterfragen wie die heute zum Teil langen und komplexen Planungs-, Bewilligungs- und Bauverfahren.

Ein andere Finanzierung verlangte auch Katja Gentinetta, stellvertretende Direktorin von Avenir Suisse. Der Preis für Mobilität müsse sich stärker an der Zahlungsbereitschaft der Verkehrsteilnehmer ausrichten. Dazu gehörten deutlich höhere Tarife im Aggloverkehr und der Abbau staatlicher Subventionen. An «Mobility Pricing» führe kein Weg vorbei.

(bert/sda)

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Für Menschen, die im Schichtbetrieb arbeiten, hat der Oeffentliche Verkehr nichts zu bieten. Oder Versuchen Sie mal, von Rüti GL mit der Bahn um 7.00 Uhr in Adliswil mit Arbeiten zu beginnen.

Für Frau Leuthard mag es unbedeutend sein, ob sie für Fr. 14000 Abzüge für Autospesen an den Arbeitsort auf ihrer Steuererklärung machen kann oder nicht. Für eine Altenbetreuerin oder eine Serviceangestellte ist es einschneidend ob sie 1000 Franken mehr oder weniger Steuern bezahlt.

Einmal mehr, zoggt man im Namen der Umwelt die Kleinverdiener ab. Schliesslich handelt es sich ja nur um eine versteckte Steuererhöhung.
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