Libanesen trauern für Tueni
publiziert: Mittwoch, 14. Dez 2005 / 17:43 Uhr

Beirut - Hunderttausende Libanesen haben dem getöteten syrienkritischen Politiker und Journalisten Gibran Tueni die letzte Ehre erwiesen.

Gibran Tueni bei einer Trauerkundgebung nach dem noch unaufgeklärten Mord an Journalistenkollegen Samir Kassir. Tueni sollte wenig später das gleiche Schicksal erleiden. Er wurde am Montag ermordet.
Gibran Tueni bei einer Trauerkundgebung nach dem noch unaufgeklärten Mord an Journalistenkollegen Samir Kassir. Tueni sollte wenig später das gleiche Schicksal erleiden. Er wurde am Montag ermordet.
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Politiker riefen an der öffentlichen Beisetzung zum Sturz der syrischen Führung auf.

«Das syrische Regime muss ausgetauscht und abgeurteilt werden», sagte etwa der syrienkritische Drusenführer Walid Dschumblatt.

Wenn der syrische Präsident Baschar el Assad an der Macht bleibe, werde es «keine Stabilität im Nahen Osten geben.»

Syrien bestreitet Verwicklung

Die syrische Regierung hatte eine Verwicklung in den Tod Tuenis bestritten.

Während des Trauerzugs durch die Innenstadt Beiruts beschuldigten die rund 300 000 Demonstranten auf Transparenten die syrischen und libanesischen Geheimdienste, ein Symbol des Friedens getötet zu haben.

Sie machten ihrer Wut über den tödlichen Anschlag auf Tueni Luft. «Wer wird der Nächste sein, Herr Baschar?», war eine Frage auf zahlreichen Transparenten an die Adresse des syrischen Präsidenten.

Letzte Ehre erwiesen

Die 128 Abgeordneten des Parlaments erwiesen ihrem Kollegen mit einer Schweigeminute die letzte Ehre, als der Sarg das Parlamentsgebäude passierte. Die Menge schrie: «Syrien ist der Mörder.»

Tueni war als Chefredaktor der Tageszeitung «An Nahar» einer der prominentesten Kritiker der syrischen Politik.

Er kam am Montag in seinem Auto bei einem Bombenanschlag ums Leben. Bei der Wahl im Frühsommer war Tueni auf der Liste des Sohnes des getöteten früheren Regierungschefs Rafik Hariri ins Parlament gewählt worden.

Mehlis Untersuchung werde voraussichtlich verlängert und möglicherweise auch auf andere politische Morde in Libanon ausgedehnt.

Ein entsprechender Resolutionsentwurf wurde in der Nacht zum Mittwoch von den USA, Grossbritannien und Frankreich eingebracht. Die Resolution würde die UNO-Ermittlungen vorerst bis Juni 2006 ausdehnen und weitere Verlängerungen in Aussicht stellen.

(bsk/sda)

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