Libanesen trauern um getöteten Tueni
publiziert: Dienstag, 13. Dez 2005 / 11:32 Uhr

Beirut - In Libanon haben die Menschen des getöteten Syrien-Kritikers Gibran Tueni gedacht. Schulen, Geschäfte und Büros blieben weitgehend geschlossen.

Gibran Tueni bei einem Protest für die Pressefreiheit.
Gibran Tueni bei einem Protest für die Pressefreiheit.
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Zeitungen widmeten dem toten Journalisten und Parlamentsabgeordneten ihre Titelseiten. «gibran Tueni ist nicht gestorben, En Nahar macht weiter», schrieb die gleichnamige Zeitung, die von Tueni herausgegeben worden war.

Der 48-Jährige hatte die Rolle Syriens in Libanon oftmals in seinen Leitartikeln kritisiert. Das Blatt «El Bajrak» titelte «Genug ...». Andere Zeitungen waren in ihrer Kritik an Syrien unverblümter. «El Mustakbal» schrieb etwa: «Syrischer Sicherheitsapparat richtet Gebran Tueni hin».

Der erst kürzlich aus Paris zurückgekehrte Tueni war gestern bei einem Autobombenanschlag in einem christlichen Bezirk von Beirut getötet worden. Mit ihm starben drei weitere Menschen. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.

Syrien weist Vorwürfe zurück

Wie schon bei dem Attentat auf den früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar sehen viele Libanesen Syrien als Drahtzieher des Anschlags. Die Regierung in Damaskus wies die Vorwürfe jedoch zurück.

Die libanesische Regierung stimmte dafür, die Vereinten Nationen mit Ermittlungen zu der jüngsten Reihe von Anschlägen im Land zu beauftragen. Der UNO-Sicherheitsrat und UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilten den Anschlag auf Tueni aufs Schärfste.

Noch heute will der deutsche Sonderermittler Detlev Mehlis vor den UNO offiziell seinen Bericht über die Ermordung Hariris vorstellen. Schon in einem früheren Zwischenbericht hatte er erklärt, es gebe Hinweise für eine Beteiligung syrischer Sicherheitskräfte sowie deren libanesischer Verbündeter.

(fest/sda)

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