Libanesischer Innenminister tritt zurück
publiziert: Sonntag, 5. Feb 2006 / 22:56 Uhr

Beirut/Kopenhagen/Amman - Nach den Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Mohammed- Karikaturen in Beirut hat der libanesische Innenminister Hassan Sabeh seinen Rücktritt erklärt.

Hassan Sabeh (Mitte) weigerte sich, auf die Demonstranten schiessen zu lassen. (Archivbild)
Hassan Sabeh (Mitte) weigerte sich, auf die Demonstranten schiessen zu lassen. (Archivbild)
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Ihm wurde mangelnde Härte gegenüber den Demonstranten vorgeworfen.

Die Demonstranten hatten das dänische Konsulat in Beirut gestürmt und in Brand gesetzt. Er habe sich geweigert, auf die Demonstranten schiessen zu lassen, sagte Sabeh bei einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts am Abend.

«Ich wollte nicht für ein Blutbad verantwortlich sein.» Nachdem Kritik an dieser Entscheidung laut geworden sei, habe er beim Premierminister seinen Rücktritt eingereicht, sagte Sabeh weiter.

Demonstrant gestorben

Libanesische Sicherheitskräfte hatten am Vormittag mit Tränengas und Wasserwerfern vergeblich versucht, die mehr als 20 000 Demonstranten auf ihrem Marsch zum dänischen Konsulat in Beirut zu stoppen.

Ein Demonstrant kam ums Leben, als er sich aus dem brennenden Konsulat durch einen Sprung aus dem dritten Stock retten wollte.

Bei den Protesten waren auch Steine gegen eine nahe gelegene Kirche sowie Häuser eines christlichen Quartiers geflogen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 170 Demonstranten fest.

Bombe als Turban

Die Proteste richteten sich gegen die im September in der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» veröffentlichten Zeichnungen, die den Propheten Mohammed unter anderem mit einer Bombe als Turban zeigen.

Später druckten mehrere Zeitungen sie nach, darunter Blätter in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz.

Um die Lage zu beruhigen riefen inzwischen auch moslemische Geistliche und führende Politiker zu Mässigung auf.

Zudem stimmte die Organisation der islamischen Konferenz (OIC), ein Zusammenschluss von 57 islamischen Ländern, einem Treffen mit dem dänischen Aussenminister Per Stig Mller zu.

(rr/sda)

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