Libanon-Krieg war Monate vorher geplant
publiziert: Donnerstag, 8. Mrz 2007 / 09:56 Uhr

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat laut einem Zeitungsbericht erklärt, dass die Entscheidung zum Libanon-Krieg nicht kurzfristig zustande kam. Vielmehr sei er auf einen Monate zuvor ausgearbeiteten Plan zurückgegangen.

Die Aussage Olmerts wird ihm wohl weitere Kritik einbringen.
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Der Regierungschef habe eine entsprechende Aussage am 1. März vor dem Untersuchungsausschuss zum Libanon-Krieg gemacht, schrieb die Zeitung «Haaretz».

Demnach stimmte Olmert im März 2006 einem Plan zum Angriff gegen den Libanon zu, falls die schiitische Hisbollah-Miliz israelische Soldaten an der Grenze verschleppen sollte.

Der später umgesetzte Plan sah Luftangriffe sowie eine begrenzte Bodenoffensive vor.

Keine überstürzte Entscheidung

Der Zeitung zufolge wollte Olmert mit seiner Aussage den Eindruck zerstreuen, der Libanon-Feldzug sei am 12. Juli 2006 überstürzt vom Zaun gebrochen worden, nachdem die Hisbollah am selben Tag zwei israelische Soldaten im Grenzgebiet in ihre Gewalt gebracht hatte.

Während des 34-tägigen Krieges wurden 162 Israelis getötet, davon waren 41 Zivilisten. Auf libanesischer Seite gab es mehr als 1200 Tote, zum allergrössten Teil Zivilisten.

Das israelische Ziel, die Hisbollah zu zerschlagen und die beiden israelische Soldaten zu befreien, wurde nicht erreicht. Die Hisbollah ging sogar gestärkt aus dem Konflikt hervor.

Nachdem der ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Generalstabschef Dan Halutz im Januar zurückgetreten war, mehrten sich auch die Rücktrittsforderungen gegen Olmert und seinen Verteidigungsminister Amir Perez.

(rr/sda)

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