Angst vor politischer Verfolgung
Libyen: Aktivisten bitten Facebook um Anonymität
publiziert: Mittwoch, 23. Feb 2011 / 12:06 Uhr
Die «digitale Revolution» (Symbol).
Die «digitale Revolution» (Symbol).

Tripolis - Zu ihrer eigenen Sicherheit fordern Aktivisten und Demonstranten in den arabischen Ländern mehr Schutz von Facebook. Um ihre Bewegung zu organisieren und die Massen im Web zu erreichen, nutzen sie - sofern zugänglich - bevorzugt das weltgrösste Social Network. Seit die von Ägypten ausgehende Protestwelle auch Libyen erfasst hat, sind sie jedoch zunehmend mit Gewalt konfrontiert.

4 Meldungen im Zusammenhang
Aus Angst vor politischer Verfolgung bitten die User um die Wahrung ihrer Anonymität in dem Netzwerk. So erlauben Facebooks Regeln die Nutzung der Plattform nur unter Angabe ihrer wahren Identität. Daher fordern sie das Portal auf: «Entfreundet die Diktatoren!».

In der Rolle des Protestnetzwerks hat sich Facebook bisher in Zurückhaltung geübt. Die Betreiber der Community hüten sich gerade in politischen Konfliktsituationen davor, Partei zu ergreifen. Unter Federführung der «globalen Bewegung für digitale Freiheit» Access Now bitten die Demonstranten Facebook jedoch darum, die eigenen Richtlinien zu überdenken - womöglich, um Leben zu schützen. Sie wollen Zugang zu dem Portal, ohne eine Identität angeben zu müssen, was in grobem Widerspruch zu Facebooks bisheriger Userpolitik steht.

«Schatzkiste für Diktatoren»

Die Aktivisten um Access Now gehen davon aus, dass Befürworter der Demokratiebewegung in den Krisenregionen aufgrund der bestehenden Facebook-Regeln ins Visier der autokratischen Regierungen geraten können. Der Nonprofit-Organisation zufolge ist die Plattform nicht nur ein revolutionäres Werkzeug, um politischen Wandel zu katalysieren. Darüber hinaus bildet Facebook eine «Schatzkiste für Diktatoren», die ihnen ermöglicht, ihre Gegner aufzuspüren und zu identifizieren.

Zwar besteht durchaus die Möglichkeit, Facebook schlichtweg nicht zu nutzen und auf andere - anonymere - Kanäle im Social Web auszuweichen. So können sich User bei Twitter mit Pseudonymen anmelden und Foren oder Blogs ohne Identifikationszwang für die Mitglieder verwenden. Facebook hat mittlerweile jedoch eine zu zentrale Rolle in der globalen Kommunikation eingenommen, schreibt Cnet. Nicht grundlos bildet das Portal mitsamt seiner Massen-Community den Kern der Protestbewegung im Web. So dient es den Aktivisten nicht nur als Organisationstool, sondern auch als Medium zur Berichterstattung an den Rest der Welt.

(dyn/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Die US-Regierung ... mehr lesen
Eine Mobilfunkantenne.
Kairo - Nach den Angaben eines abtrünnigen Diplomaten soll sich der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi in einer Kaserne in Tripolis verschanzt haben. Al-Jazeera berichtet, ... mehr lesen 2
Dschungelbuch Tunesien, Ägypten, der Jemen, ... mehr lesen 1
Ausharren bis das Unrechtsregime weg ist: Demonstranten in Kairo
Die Regierung will um jeden Preis eine Revolution verhindern.
Die ägyptische Regierung will offenbar mit verschärfter Repression und Gewalt eine mögliche Revolution verhindern. Laut Berichten soll die Regierung ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Kryptowährungen schnell und einfach über das Smartphone kaufen.
Kryptowährungen schnell und einfach über das Smartphone kaufen.
Publinews Spätestens seit dem Bitcoin-Boom im Jahr 2017, wo der Bitcoin-Kurst ein Rekordhoch nach dem nächsten sprengte, interessieren sich nicht nur Technikbegeisterte und Internetaktivisten für Kryptowährungen. mehr lesen  
Publinews Aimondo  Düsseldorf - Symbolträchtig wurde am 19. Juni 2020, dem ersten ... mehr lesen  
TOP 100 Preisträger: Aimondo setzt sich mit Künstlicher Intelligenz durch / Aimondo Fully Automated RePricing
Comparis-Umfrage bei Telecom-Providern  Die Betreiber des öffentlichen Verkehrs, Fitness-Studios und Anbieter diverser im Lockdown verbotener Veranstaltungen zeigen sich kulant und verlängern die Abos oder erstatten Geld zurück. Nicht so die Telecom-Provider: Wegen der Grenzschliessungen nicht nutzbare Roaming-Guthaben müssen sich die Kunden ans Bein streichen. Einzig Salt erstattet den Kaufpreis für nicht verwendete Datenpakete zurück - aber nur auf Anfrage. «Die Telecom-Anbieter veräppeln ihre Kunden», kritisiert Comparis-Telecomexperte Jean-Claude Frick. Er fordert die Anbieter auf, flächendeckend Roaming-Guthaben zu erstatten. mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 9°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 7°C 10°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 5°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 7°C 9°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 7°C 8°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 8°C 11°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 11°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten