Libyen: «Unser historischer Führer wurde beleidigt»
publiziert: Mittwoch, 17. Mrz 2010 / 09:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Mrz 2010 / 16:51 Uhr

Madrid/Bern - Die EU erwartet von der Schweiz ein rasches Handeln, um den Konflikt mit Libyen zu lösen. Dafür telefonierte Innenkommissarin Cecilia Malmström mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Offenbar gab es auch konkrete Forderungen.

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Auch die EU soll sich bei Libyen entschuldigen, dass Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi nicht in den Schengenraum einreisen darf.
Auch die EU soll sich bei Libyen entschuldigen, dass Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi nicht in den Schengenraum einreisen darf.
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So liess Malmströms Sprecher Michele Cercone durchblicken, dass die EU-Kommission von der Schweiz eine Geste erwartet. Auf die Frage, ob Malmström von Widmer-Schlumpf etwas Konkretes verlangt habe, ging Cercone nicht ein. Zu den inhaltlichen Details des Telefongesprächs sage er nichts.

Namen von der Liste streichen

In Brüssel sickerte durch, dass Malmström gegenüber der Schweizer Justizministerin angeregt habe, die Schweiz solle eine gewisse Anzahl Namen von der Liste der «unerwünschten Libyer» streichen. Cercone sagte einzig, dass es «der Schweiz obliegt zu entscheiden, wann sie die Daten im Schengeninformationssystem löschen will».

Schnelle Lösung

Es sei wichtig, schnell eine diplomatische Lösung «auf Grundlage der Solidarität der Schengenstaaten» zu finden, sagte Cercone. Sonst drohe diese «bilaterale Kontroverse» die Kohärenz des Schengensystems in Frage zu stellen.

In den letzten Tagen hatten Malta und Italien Vorstösse gemacht, die in Richtung eines «Schengenvisa light» gehen, womit das Schweizer Verbot zur Ausstellung von Schengenvisa an besagte Libyer umgangen werden könnte.

Druck auf die EU

Libyen seinerseits hat den Druck auf die EU intensiviert. Jüngstes Mittel zum Zweck ist eine Entschuldigungserklärung, die Tripolis von der EU verlangt, wegen des Einreiseverbots in den Schengenraum für Staatschef Gaddafi und weitere Mitglieder der libyschen Elite.

«Unser historischer Führer wurde dadurch beleidigt», wird der libysche Botschafter in Madrid, Ageli Abdussalam Breni, in mehreren spanischen Zeitungen zitiert. Bis spätestens am Sonntag müsse die EU eine Erklärung mit einer «klaren Entschuldigung» veröffentlichen, so Breni.

«Wir haben keine Kenntnis einer solchen Forderung», erklärte Cercone gegenüber den Medienvertretern in Brüssel. Die EU-Kommission bleibe dabei, dass das Visa-Verbot Libyens «unverhältnismässig» sei. Der Schweiz dagegen hatte Malmström Ende Februar attestiert, bei ihrem Vorgehen «nach den Schengenregeln» gehandelt zu haben.

(sl/sda)

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noch falscher gedacht
wir sind in der EU und zwar mittendrin, wenigstens geografisch.
Deshalb lässt ja die Libysche Elite ihren his störrischen Führer gewähren
Man kann mitten in Europa seine "Macht" demonstrieren, Libyen kann der Schweiz sogar den Krieg erklären, wenn auch nur den Heiligen Krieg, der auch nichtb erklärt, zu dem nur aufgerufen wurde.
Aber immerhin man kann ein Land, dass mitten in Europa liegt dominieren,und schikanieren. Die Sache ist ja völlig ungefährlich. Sollte es trotzdem brenzlig werden kann man sich schnell grosszügig geben und die Geisel frei lassen. Irgend eine der vielen entschuldigungen die gemacht wurden hervorholen und akzeptieren und die Sache ist vergessen.
Wenn es die EU nicht gäbe hätte sich Libyen vorsichtiger verhalten müssen. Es hätten sicher auch einige Länder versucht, so wie Italien daraus einen Nutzen zu ziehen und Andere hätten sich über einen Heiligen Krieg nicht gefreut und Libyen ihren unmut deutlich gemacht.
Wäre die EU eine Völker Gemeinschaft würde ich es ev. in betracht ziehen über einen Beidritt zu dem Verein
Falsch gedacht!
Wären wir in der EU, wäre das ganze schon gar nie passiert!

Und übrigens kann man Berlusconiland ja wohl kaum ernstnehmen und mit der ganzen EU gleichstellen!
Verein der Hilflosen
Ja, die Krise mit Libyen zeigt es deutlich : Die EU ist ein Verein von eigensüchtigern Nichtskönnern und Schwächlingen. Wenn Rückgrat gefordert wäre, geht die Solidarität schlagartig auf Null
EU-Beitritt
Man kann nur hoffen, dass das Verhalten der EU gegenüber der Schweiz den Befürwortern eines Beitritts in diesen Verein die Augen öffnet!
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