Libyen: Vom Schurkenstaat zum Wirtschafts-Partner
publiziert: Samstag, 6. Sep 2008 / 12:00 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Sep 2008 / 12:37 Uhr

Tripolis - Mit ihrem historischen Besuch bei Staatschef Muammar al-Gaddafi sind die Beziehungen zwischen den USA und Libyen nach Ansicht von US-Aussenministerin Condoleezza Rice in eine neue Phase getreten. Dies sagte Rice zum Abschluss ihrer Visite.

Mit dem Besuch von Rice bei Muammar al-Gaddafi sind die Beziehungen zwischen den USA und Libyen in eine neue Phase getreten.
Mit dem Besuch von Rice bei Muammar al-Gaddafi sind die Beziehungen zwischen den USA und Libyen in eine neue Phase getreten.
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Die Beziehungen hätten sich schon in den vergangenen Jahren in eine gute Richtung entwickelt, sagte Rice in der Nacht zum Samstag nach einem Abendessen mit Gadaffi in dessen Residenz in Tripolis. «Und ich glaube, dass diese Nacht eine neue Phase markiert».

Es sei zunächst nur ein Anfang. «Aber nach vielen, vielen Jahren ist es eine gute Sache, dass die Vereinigten Staaten und Libyen einen Weg nach vorn geöffnet haben», sagte Rice weiter.

Die Verbesserung in den Beziehungen komme zur rechten Zeit, sagte Rice, da es viel zu tun gebe im Maghreb, in Afrika und im Nahen Osten. Dies sei eine gute Zeit für die sich abzeichnenden konstruktiven Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Libyen.

Abkehr von Terror

Die US-Aussenministerin hatte vor ihrem Besuch erklärt, Gaddafi habe mit seiner Abkehr von Terror und Massenvernichtungswaffen den Weg für die Rückkehr seines Landes in die internationale Gemeinschaft geebnet.

Rice war am Freitagnachmittag in Tripolis eingetroffen und zunächst mit ihrem libyschen Amtskollegen Abderrahman Schalgam zusammengekommen. Der Besuch der US-Aussenministerin ist der erste eines hochrangigen US-Regierungsmitgliedes beim ehemaligen Erzfeind seit 1953.

In einigen konkreten Fragen gebe es bereits Fortschritte, sagte Rice nach dem Treffen mit Gadaffi. Dazu gehörten Verhandlungen über ein Handels- und Investitionsabkommen sowie Vereinbarungen im Ausbildungs- und Kulturbereich.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Der libysche Staatschef hatte die US- Aussenministerin in seiner Residenz in Tripolis empfangen, die 1986 als Vergeltung für die behauptete Verwicklung Libyens in Terroranschläge von US-Kampfflugzeugen bombardiert worden war.

Wie Libyens Aussenminister Schalgam nach dem Treffen mit Rice erklärte, wolle man künftig «einen ständigen Dialog über Angelegenheiten führen, die für beide Seiten von Bedeutung sind.» Die beiden Minister sprachen laut Schalgam auch darüber, wie die wirtschaftliche Zusammenarbeit intensiviert werden könne, vor allem im Öl-Sektor.

Nach ihrem kurzen Aufenthalt in Libyen flog Rice weiter nach Tunesien, wo sie noch in der Nacht eintraf. Weitere Stationen ihrer Nordafrikareise werden Algerien und Marokko sein.

(smw/sda)

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