Libyen fordert 250 000 Dollar für jedes HIV-infizierte Kind
publiziert: Freitag, 22. Dez 2006 / 14:26 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Dez 2006 / 20:56 Uhr

Sofia - Nach der Bestätigung der Todesurteile für fünf bulgarische Krankenschwestern hat Libyen seine Entschädigungsforderung für jedes der rund 400 mit dem HI-Virus angesteckten Kinder auf 250 000 US-Dollar (304 000 Franken) herabgesetzt.

Die Betroffenheit über die Urteile waren in Bulgarien besonders gross.
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Ursprünglich habe die libysche Forderung bei 10 Millionen Dollar (12 Millionen Franken) pro Kind gelegen, sagte der bulgarische Ex-Aussenminister und Chef des aussenpolitischen Parlamentsausschusses Solomon Passi nach einer Sitzung des Gremiums. Die Urteile seien nicht verhängt worden, um vollstreckt zu werden, sondern um später darum zu feilschen.

«Dialog und Diplomatie» seien die Mittel, die zu einer «günstigen Lösung» des Problems beitragen würden, sagte Passi zu den Forderungen nach einem «harten Kurs» gegen Libyen. Die bulgarische Regierung unternehme «immer aktivere» Schritte im Dialog mit den Partnern aus den USA und der EU über den Prozess in Libyen.

Den Krankenschwestern wird vorgeworfen, die Kinder in einem libyschen Krankenhaus absichtlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben. Die Frauen sitzen seit acht Jahren im Gefängnis. Am Dienstag war ein 2004 gegen sie verhängtes Todesurteil bestätigt worden.

In Bulgarien wächst die Solidarität

Auch der bulgarische Vize-Aussenminister Feim Tschauschew bestätigte, die Verhandlungen über eine Entschädigung der Familien der infizierten Kindern seien in Tripolis fortgesetzt worden. Daran beteiligten sich neben den Vertretern Bulgariens und Libyens auch die Botschafter der USA, Deutschlands und Frankreichs.

Unterdessen wächst in Bulgarien die Solidarität mit den Krankenschwestern. In einer Medienaktion wurden die Bürger aufgerufen, ein Band mit den Farben der Nationalfahne des Landes mit der Aufschrift «Ihr seid nicht allein» am 31. Dezember und zum EU-Beitritt am 1. Januar zu tragen.

Auch bei den vielen Feierlichkeiten zum EU-Beitritt solle das Mitgefühl der Landsleute mit den Frauen bekundet werden, sagte Ministerpräsident Sergej Stanischew.

(smw/sda)

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