Libyen kritisiert westlichen Druck nach Aids-Urteil
publiziert: Freitag, 29. Dez 2006 / 17:18 Uhr

Tripolis - Libyen hat dem Westen vorgeworfen, nach der Bestätigung der Todesurteile im Aidsprozess gegen bulgarische Krankenschwestern Druck auszuüben.

Den Verurteilten wird vorgeworfen, bewusst Aids-verseuchte Transfusionen verabreicht zu haben.
Den Verurteilten wird vorgeworfen, bewusst Aids-verseuchte Transfusionen verabreicht zu haben.
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Die Europäische Union und die UNO drängten ein unabhängiges Land, das Urteil eines kompetenten Gerichts aufzuheben, hiess es in einer Erklärung des libyschen Aussenministeriums. «Das widerspricht den Gesetzen unseres Landes». Das Verhalten des Westens zeige einen «mangelnden Respekt» gegenüber dem libyschen Justizsystem.

Das Ministerium betonte zudem, dass das Urteil bei einer Revision vom Obersten Gerichtshof aufgehoben werden könne. Die Verteidigung will Berufung einlegen.

Trotz entlastenden Aussagen von Experten und wissenschaftlichen Studien hatte ein Berufungsgericht in Tripolis am 19. Dezember die Todesurteile gegen die fünf Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt bestätigt. Das Urteil sorgte international für Empörung.

Den Verurteilten wird vorgeworfen, mehr als 400 Kindern in einem libyschen Spital bewusst Aids-verseuchte Transfusionen verabreicht zu haben. 50 der Kinder sind inzwischen gestorben.

Internationale Gutachter hatten nachgewiesen, dass das Virus bereits vor der Ankunft der sechs Angeklagten aufgrund der miserablen hygienischen Bedingungen in dem Krankenhaus grassierte.

(smw/sda)

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