Libyen verweigert Europäern die Einreise
publiziert: Montag, 15. Feb 2010 / 14:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Feb 2010 / 17:46 Uhr

Bern - Bürger der Europäischen Union können derzeit offenbar nicht nach Libyen einreisen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters auf dem Flughafen Tripolis erfuhr, verweigert das nordafrikanische Land EU-Bürgern mit Ausnahme der Briten die Erteilung von Einreise-Visa.

Wieso lässt Gaddafi keine Europäer mehr ins Land?
Wieso lässt Gaddafi keine Europäer mehr ins Land?
6 Meldungen im Zusammenhang
«Es stimmt. Diese Entscheidung ist gefallen. Keine Visa für Europa, ausser Grossbritannien», sagte ein Vertreter des Flughafens, der anonym bleiben wollte.

 Das italienische Aussenministerium bestätigte die Angaben und sagte, es handle sich um eine Retorsionsmassnahme gegen den Entscheid der Schweiz, rund 180 Libyern die Einreise zu verweigern.

«Die libysche Antwort auf den Schweizer Entscheid betrifft alle Länder der Schengen-Zone», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Rom. Die Schengen-Länder seien untereinander in Kontakt getreten, um über die Massnahme zu beraten. Eine Bestätigung war zunächst weder von offizieller libyscher noch von EU-Seite zu erhalten.

Gegenmassnahmen Libyens

Zum Schengen-Raum, in dem unkontrolliertes Passieren der Grenzen möglich ist, gehört auch die Schweiz. Die EU-Länder Grossbritannien, Irland und Dänemark nehmen nur beschränkt am Abkommen teil.

Die Zeitung «Oea», die einem Sohn von Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi nahesteht, hatte unlängst berichtet, Libyen werde die Erteilung von Visa für Bürger aus den Ländern des Schengen-Abkommens beenden. Ein Vertreter der Regierung in Tripolis hatte dem Blatt erklärt, Libyen werde Gegenmassnahmen ergreifen, falls die Schweiz ihren Erlass nicht annulliere.

Das Aussenministerium in Bern wollte den Medienbericht nicht kommentieren. Ein Sprecher sagte auf Anfrage lediglich, es sei bekannt, dass die Schweiz gegenüber Libyen eine restriktive Visapolitik verfolge.

Verschärfte Visa-Bedingungen für Libyer

Auslöser für die Verstimmung zwischen Libyen und der Schweiz war die vorübergehende Festnahme von Gaddafi-Sohn Hannibal und dessen Gattin wegen Misshandlung von Hausangestellten im Sommer 2008.

Als Repressalie hinderte Tripolis die Schweizer Max Göldi und Rachid Hamdani an der Ausreise aus dem nordafrikanischen Land. Zudem wurden Gerichtsverfahren gegen die beiden eingeleitet.

Im vergangenen Juni verschärfte Bern die Bedingungen für Visa an libysche Staatsbürger. Die Einreiseerlaubnis für libysche Staatsbürger wird nur noch in Ausnahmefällen erteilt.

 

(fkl/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 7 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Die EU bringt Bewegung ins ... mehr lesen 18
Calmy-Rey schliesst offenbar nicht aus, die Veröffentlichung der Hannibal-Fotos zu untersuchen.
Italiens Aussenminister Franco Frattini sprach sich für die Freilassung der Schweizer Geiseln aus.
Rom - Italiens Aussenminister Franco Frattini hat Libyen aufgerufen, die zwei festgehaltenen Schweizer ausreisen zu lassen und so zur Entspannung im Streit zwischen Bern und Tripolis ... mehr lesen
Bern/Brüssel - Im Streit mit Libyen ... mehr lesen 50
Franco Frattini wetterte gegen die Schweiz.
Machthaber Muammar al-Gaddafi darf nicht in die Schweiz einreisen. (Archivbild)
Tripolis/Bern - Die Schweiz verbietet ... mehr lesen
Bern - Die Schweiz hat nach Einschätzung des Islamwissenschafters Reinhard ... mehr lesen 2
Die Internetseite hannibal.ly hetzte gegen die Schweiz.
Oh, tut mir leid
In meinem Dialekt heisst ihr name, dummä Schnorri. Dank ihrer antwort merkt man aber das Sie das nicht sind.
Wir haben uns für den Alleingang entschieden. Und das sind wir jetzt auch, das diese unterscheidung zwischen der Schweiz und den Kanalinseln nicht fair ist, da bin ich voll Ihrer Meinung. GB ist ein Mitglied der EU und die EU entwickelt sich zu einer wirtschaftlichen und Politischen Grossmacht. Diese Grossmacht vertritt knallhart ihre Interessen, was die Schweiz will, ist doch völlig zweitrangig.
Wenn ein deutscher Steuerzahler, der unter der Steuerlast ächzt, und sieht das die Schweiz die schützt die Steuer hinterziehen, uns als Schurkenstaat bezeichnet, Da muss man ein gewisses Verständniss dafür aufbringen. Natürlich ist diese Aussage weder richtig, durchdacht oder fair, aber, das war ihr Erster Beitrag zu diesem Thema auch nicht.
Wirtschaftskrieg
Die Welt befindet sich in einem Wirtschaftskrieg wo jede Regierung versucht für sich Vorteile rauszuholen, gleichzeitig auf andere zu zeigen, und Ethik oder Moral spielen da keine Rolle mehr.

Über die Äusserungen des italienischen Politikers wundere ich mich nicht. Solche Deppen haben wir auch (Blocher, Mörgeli etc.)

Ausserdem dürfte Berlusconi sicher eng befreundet sein mit dem lybischen Diktator, die zwei sind sich in der Gesinnung sicher sehr ähnlich.
ich weiss zwar nicht
wohin mein gestriger Beitrag gegangen ist, aber ich versuch's nochmals....

Gwäggi = grosser Stein. Ob Sie das positiv oder negativ werten, überlasse ich Ihnen. Okay, mir war entfallen dass das Schengenabkommen nur das Festland betrifft, obwohl es ja ursprünglich eine EU Idee war.
Aber egal, England zeigt, dass man mit Schleimerei und Feigheit gut fährt, während ein Land, dass versucht seine Gesetze anzuwenden, geschnitten wird. Der Kommentar aus Italien kommt au auch nicht ganzu uneigenützig und was ich so in anderen Foren lesen musste (as Deutschland im Speziellen) treibt mir die Haare zu berge. Der Schurkenstaat, sei lediglich geduldetes Mitglied im Schengenraum. Zunächst dachte ich, Lybien ist doch gar nicht bei Schengen dabei, aber die meinten die Schweiz.

Dass unser Bankgeheimnis nichts ist worauf man stolz sein kann, das ist ja eine Sache. Fakt ist aber, dass sich über Jahrzehnte keine Sau um das Bankgeheimnis geschehrt hat. Genauso mit den Nachrichtenlosen Vermögen. Wir haben davon in der Primarschule gehört, nicht erst als die grosse Klagewelle losging.

Das beweist für mich, dass es den "Fingerzeigern" nicht um Rechtschaffenheit geht, sondern um finanzielle Gier und Vergeltung. Wer für die Schweiz Rechtschaffenheit wünscht, muss im Volk lobbyieren (ui schwieriges Wort, richtig geschrieben?) und nicht unserer Regierung drohen. Einzig eine Volksinitiative, oder eine Vorstoss im Parlament mit einer Volksabstimmung als Resultat können die Misere zum Bankgeheimnis beenden.

Das die EU im eigenen Garten noch schwarze Schafe ohne Ende hat, wo Kolonien nachwievor Geldwäscherei betreiben ohne Ende, wo ein paar Inselchen im Ärmelkanal "Overseas Accounts" anbieten und auch in London finanzielle Ungereimtheiten ohne Ende betrieben werden, da muss nicht die Schweiz sich die Etikette "Schurkenstaat" aufdrücken lassen, schon gar nicht von dem Land, dass uns mit sovielen Arbeitnehmern beschenkt, die sonst in Deutschland arbeitslos wären.

Die Schengenstaaten täten gut daran, die Schweiz zu unterstützen, inklusive Italien...
Kommunikation
Die Schweiz hat hier meines Erachtens vor allem ein Kommunikationsproblem.

Ich habe die EU und internationalen Nachrichtenmedien heute nach den Angriffen Italiens verglichen. Da heisst es eigentlich nur immer "diplomatische Verstimmungen zwischen Libyen und der Schweiz aufgrund der Verhaftung.....etc."

Mit keinem Wort werden die zwei Schweizer Geiseln in den meisten Ländern überhaupt erwähnt. Dabei liegt die diplomatische einfachste Lösung auf der Hand, nämlich das Libyen nur die zwei Schweizer frei lassen müsste.

Das gekaufte Italien spielt dies noch bewusst als ein "bilaterales Problem" runter. Wirklich toll wie man in Rom Menschenrechte und Politiker kaufen kann wenn der Chef bei der Mafia ist. Zwei wichtige Punkte die Italiens und Libyens Staatschefs gemeinsam haben: sie kontrollieren beide die Medien und sind beide Kriminelle.
Der Name passt
wirklich zu ihnen, :-) für mich ist ein gwaeggi aber nichts positives. Die Engländer gehören nicht zu Schengen, und Geld buttern wir nicht hinein. Ich nehme an Sie wissen gar nicht was Schengen ist. Was die Engländer tun und oder nicht tun ist ihr Problem, nicht unseres. Aber dank diesem Abkommen ist jetzt unser Problem, das Problem der EU. Der sehr mächtigen EU.
Unter den Reisenden die auf
dem Flughafen festgehalten wurden, waren wohl wenig Touristen. Wer geht denn nach Libyen für Ferien?
Ich vermute die Gestrandeten sind hauptsächlich Geschäftsleute die noch immer bereit waren mit diesem Gaukler Geschäfte zu treiben. Geschieht ihnen recht! Sie haben nun Zeit, sich Gedanken über Ihr inkonsequentes Tun und den "Hannibalismus" zu machen.
tja liebe Schengener
Wenn Ihr von der Schweiz profitieren könnt, dann nehmt Ihr sie mit Handkuss, jetzt wo Ihr der Schweiz helfen solltet, mit dem Mistkerl in Lybien, fangt Ihr an mit dem Finger auf uns zu zeigen und zu lamentieren, dass wir Schuld seien am Debakel. Die feigen Engländer, welche sich nicht trauten, den Wüstensohn polizeilich festzuhalten und rechtlich zu belangen, weil er schon wieder dreinschlagen musste, bekommen nachwievor Einreisevisa. Statt zusammen mit uns Schweizern gegen Lybien, kämpft Ihr jetzt wohl an der Seite Lybien's gegen die Schweiz. Ich erwarte von den Schengen Staaten 200% Kooperation, sonst können wir den Schengenmüll gleich wieder über Bord werfen. Es kann nicht sein, dass wir nur Stutz reinbuttern dürfen und bei der ersten richtigen Hürde lässt man uns fallen !
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Max Göldi war bis Juni 2010 in Libyen gefangen.
Max Göldi war bis Juni 2010 in Libyen gefangen.
Affäre Gaddafi  Bern - Sie, Cécilia Attias, habe 2010 eine wesentliche Rolle bei der Befreiung der beiden Schweizer Geiseln in Libyen gespielt. Dies schreibt die Ex-Frau des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in ihrem Buch «Lust auf die Wahrheit» (Une envie de vérité). mehr lesen 
Nordwesten  Tripolis - Bei Kämpfen zwischen Angehörigen eines Stamms und Einwohnern der Stadt Sawija ... mehr lesen  
Bei Kämpfen zwischen Angehörigen und Einwohnern der Stadt sind im Nordwesten Libyens vier Menschen getötet worden. (Symbolbild)
Rachid Hamdani, 2010 als Geisel in Libyen festgehalten.
Gaddafi-Geisel Hamdani muss nicht bezahlen  Nyon VD - Der bis 2010 in Libyen als Geisel gefangen gehaltene Rachid Hamdani muss seinem ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 7°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 8°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 6°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Bern 6°C 6°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 7°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten