Hauskrach bei der SVP Aargau
Lieni Füglistaller will in den Ständerat
publiziert: Samstag, 6. Aug 2011 / 15:18 Uhr
Lieni Fueglistaller kandidiert auf eigene Initiative.
Lieni Fueglistaller kandidiert auf eigene Initiative.

Aarau - Der Aargauer SVP-Nationalrat Lieni Füglistaller tritt bei den Wahlen im Oktober als «wilder» Ständeratskandidat an. Damit akzentuiert sich ein persönlich gefärbter Hauskrach in den Reihen der SVP Aargau. Die Partei zieht mit Nationalrat Ulrich Giezendanner ins Rennen.

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Er kandidiere auf eigene Initiative, teilte Füglistaller am Samstag vor den Medien in Rudolfstetten-Friedlisberg mit. Ein wesentlicher Grund sei die «Selbstachtung».

Er wehre sich mit der Kandidatur gegen die Art und Weise, wie man mit ihm in den eigenen Reihen umgehe. Unterstützung erhält Füglistaller vom Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Anfang Dezember hatte 59-jährige Füglistaller aus Rücksicht auf seine Gesundheit den Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Nationalrat bekanntgegeben. Er gehört der grossen Kammer seit 2005 an.

SVP gibt sich gelassen

Die SVP Aargau reagierte auf die Ankündigung von Füglistaller betont gelassen. Die Kandidatur sei «nicht nachvollziehbar», sagte Parteisekretär Pascal Furer auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Wir kümmern uns um unsere Politik. Den Rest interessiert die Partei weniger.»

Die SVP will mit Nationalrat Giezendanner den Ständeratssitz des abtretenden Maximilian Reimann verteidigen. Giezendanner stellt sich zugleich als Nationalrat der Wiederwahl, und Reimann kandidiert für den Nationalrat.

Insgesamt acht Kandidierende treten für die zwei Aargauer Sitze in der kleinen Kammer an. Es sind dies Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist (FDP), Nationalrätin Pascale Bruderer (SP) sowie Nationalrat Geri Müller (Grüne).

Die CVP nominierte Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes. Eigene Kandidaten haben auch die EVP und die Grünliberalen.

Persönliche Fehde in Bezirkspartei

Füglistaller ist seit Anfang Jahr Direktmitglied der Kantonalpartei. Er trat dafür aus der Bezirkspartei Bremgarten aus. Auf diese Weise wollte der Kantonalvorstand der SVP den seit längerem schwelenden Hauskrach in der Bezirkspartei beilegen.

Hintergrund des Streits ist eine persönliche Fehde. Die Exponenten decken sich regelmässig über die Medien gegenseitig mit persönlichen Vorwürfen ein.

Füglistaller stellte mittlerweile den Antrag auf ein parteiinternes Ausschlussverfahren gegen fünf Parteikollegen. Die Kantonalpartei will erst nach den Wahlen darüber entscheiden.

Im November hatte das Bezirksgericht Bremgarten Füglistaller vom Vorwurf des versuchten Wuchers freigesprochen. Gegenstand des Prozesses war die Gewährung eines Kredits von 20'000 Franken an eine Privatperson.

 

(fkl/sda)

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