Likud legt nach Scharons TV-Eklat zu
publiziert: Montag, 13. Jan 2003 / 10:55 Uhr

Tel Aviv - Die rechtsgerichtete Likud-Partei von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat sich von einem Stimmungstief in der vergangenen Woche wieder erholt.

Ariel Sharon.
Ariel Sharon.
Zwei Wochen vor der Parlamentswahl am 28. Januar lag Scharons Partei am Montag in den Umfragen mit bis zu 32 der 120 Knesset-Mandate wieder klar vor der oppositionellen Arbeitspartei, die von 24 Sitzen wieder auf 20 Mandate abrutschte.

Der Abstand zwischen den beiden grössten Parteien Israels ist damit erneut auf 12 gestiegen. Bei den Umfragen vor einer Woche war der Likud auf 27 Mandate abgerutscht, während die Arbeitspartei auf 24 Sitze kam.

Nach Einschätzung der Meinungsforscher hat Scharon durch einen Fernsehauftritt, der am vergangenen Donnerstag in einem Eklat endete, an Popularität gewinnen können. Scharons Erklärung vor laufenden Kameras wurde nach zehn Minuten vom Chef der israelischen Wahlkommission abrupt beendet, weil sich Scharon dabei entgegen den Wahlgesetzen des Landes in wüste Beschimpfungen der Opposition erging.

Die Entscheidung der Kommission hat nach Berichten vom Montag insbesondere die russischen Einwanderer erzürnt, die nun verstärkt für Scharon stimmen wollen. Auch die traditionellen Likud-Anhänger hätten sich wieder hinter Scharon geschart, der in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit einem Millionenkredit eines südafrikanischen Unternehmens unter Korruptionsverdacht geraten ist.

(bert/sda)

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