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Eishockey
Liniger schiesst Kloten zurück ins Meister-Business
publiziert: Samstag, 9. Apr 2011 / 23:24 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Apr 2011 / 23:42 Uhr
Klotens Michael Liniger, Victor Stancescu und Eric Blum jubeln nach dem Tor zum 3:3.
Klotens Michael Liniger, Victor Stancescu und Eric Blum jubeln nach dem Tor zum 3:3.

Der 30. Meistertitel präsentierte sich dem HC Davos auf dem Silbertablett. Die Davoser führten im 5. Playofffinal bis zur 42. Minute mit 3:1, verloren aber mit 3:4 nach Verlängerung. Michael Liniger erzielte die letzten beiden Klotener Tore.

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Der 32-jährige Langnauer war nicht unbedingt der herausragende Spieler auf dem Eis. Genau genommen trat er gar nicht oft in Erscheinung. Aber Michael Liniger stand zweimal im richtigen Moment genau am richtigen Ort. Zuerst stocherte er in der 52. Minute die Scheibe zum 3:3 ins Tor, und fünf Minuten vor Ablauf der Overtime gelang ihm auch noch das Siegtor. Leonardo Genoni konnte zu wenig schnell von der linken auf die rechte Seite verschieben; Liniger traf mit seinem Nachschuss die Lücke.

Kloten gewann verdientermassen das Spiel 5. Die Flyers erwiesen sich ab dem dritten Abschnitt als klar stärkere Equipe. Sie verfügten über die grösseren Kraftreserven. Schon vor Linigers Siegesgoal hatte sich einem Klotener die beste Chance der Verlängerung geboten. Mark Bell scheiterte aber aus kurzer Distanz an Genoni (71.).

Schon vor der Overtime boten der HC Davos und die Kloten Flyers eines der packendsten Playoffspiele, welches die Schweiz je gesehen hat. Die rassige Partie beinhaltete fast alles: Das Spiel begann um 20.20 Uhr beim ersten Bully gleich mit einem bösartigen Stockfoul von Reto von Arx (der dem mit einem gebrochenen Finger spielenden Tommi Santala mit Absicht auf die Hand schlug), und sie endete exakt drei Stunden später mit Linigers Siegestor.

Zweitoreführung von Davos

Dazwischen lag eine ordentliche Portion Spektakel - und ein ständiges Auf und Ab. Nach 39 Minuten wähnte sich Davos dem 30. Titelgewinn schon sehr, sehr nah. Sandro Rizzi kehrte von der Strafbank zurück aufs Eis, erhielt umgehend die Scheibe, lancierte Jaroslav Bednar, der selbst durch ein Foul nicht mehr zu stoppen war. Bednar überlief Samuel Walser und liess auch Goalie Ronnie Rüeger mit einem Handgelenkschuss ins «Lattenkreuz» keine Chance mehr. Dieser Treffer bedeutete zu diesem Zeitpunkt das 3:1 für Davos. Bednar zelebrierte den Torerfolg mit emotionalstem Jubel. Der Tscheche dachte wohl, dass sich der HC Davos diese Zweitoreführung nicht mehr nehmen lassen würde.

Aber genau das passierte dem HC Davos im dritten Abschnitt. Tommi Santala verkürzte nach 41:10 Minuten mit dem zweiten Klotener Powerplaytor des Abends auf 2:3. Und genau zehn Minuten später realisierten die Flyers auch noch den Ausgleich. Nach einer unübersichtlichen Situation vor dem Davoser Tor lag die Scheibe frei hinter Leonardo Genoni und vor der Torlinie. Michael Liniger erfasste die Situation am schnellsten und drückte den Puck zum Ausgleich hinter die Linie.

Davos mit tschechischer Power

Für den letzten zum 30. Meistertitel noch fehlenden Sieg hatte Davos am Samstag zu wenig zu bieten. Reto von Arx fiel nebst dem unsportlichen Foul (das er gewiss nicht nötig hätte) auch noch mit Schwalben auf. Auch Beat Forster, der Davoser Abwehrturm, wirkte weniger überragend als auch schon. Hätten die Referees nicht in der 26. Minute eine Situation falsch eingeschätzt (als Forster Stürmer Walser in den eigenen Goalie checkte), wäre Davos schon früher wieder in Rückstand geraten. Davos lebte zum x-ten Mal diese Saison vor allem von tschechischer Power. Josef Marha, der vor einem Jahr eigentlich in die Heimat zurückkehren wollte, erzielte vom 0:1 zum 2:1 die ersten beiden Tore für die Bündner. Beide Male reüssierte Marha mit Direktabnahmen; beim 1:1 «filettierte» er den Puck volley aus der Luft in den Netzhimmel. Für Marha waren es die Saisontore Nummer 10 und 11. Und das 3:1 gelang später Bednar.

Davos muss nun über die Bücher. Die Niederlage vom Samstag wird Spuren hinterlassen. Letztmals hatte Davos am 16. Oktober eine Zweitoreführung verspielt. Damals führten die Davoser schon im ersten Abschnitt mit 2:0 und verloren noch 2:4 - ebenfalls gegen Kloten. Wenn Kloten auch am Dienstag wieder im eigenen Stadion so dominant wie in den Spielen 2 und 4 aufspielen kann, liegt eine «Finalissima» wie in den letzten Jahren durchaus wieder im Bereich des Möglichen.

(dyn/Si)

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